Gefahr gebannt: Kreisbrandmeister Herbert Maurus am Damm in den Loisachauen bei Murnau, den er und seine Männer anlässlich des Hochwassers verstärkt haben. Foto: Sehr

Bewährungsprobe bestanden

Landkreis - Das Wasserwirtschaftsamt Weilheim ist zufrieden mit den Hochwasser-Sicherheitsvorkehrungen im Landkreis. Einzig die B 2 sowie die Loisachauen in Murnau machen den Experten Sorgen.

Die Hochwasserverbauung im Landkreis Garmisch-Partenkirchen hat ihre Bewährungsprobe bestanden - dieses Fazit zieht Korbinian Zanker nach den Überflutungen an Fronleichnam. „Die Überleitung der Kanker in die Partnach hat sich hervorragend bewährt und Garmisch-Partenkirchen vor größeren Schäden bewahrt“, freut sich der Chef des Hochwasserschutzes im Wasserwirtschaftsamt Weilheim, das auch für die Region zuständig ist. Die Sicherheitsvorkehrungen am Gießenbach in Oberau und an der Loisachbrücke in Eschenlohe hätten ihren Zweck ebenfalls vorbildlich erfüllt. Einzig die Bundesstraße 2 zwischen Murnau und Eschenlohe sowie die Loisachauen in Murnau machen dem Experten Sorgen.

„Das Problem ist, dass das ganze Murnauer Moos ein natürliches Überschwemmungsgebiet ist, das eigentlich nicht bebaut sein sollte“, erklärt Zanker. „Es ist von der Natur so vorgesehen, dass dort das Hochwasser abfließt.“ Deshalb ist er dagegen, einen Ringdeich um die vier Anwesen zu ziehen, was bisher sowieo an den Kosten gescheitert ist. „Die bessere Alternative wäre es, die Anwohner abzusiedeln“, findet der Experte - ein Vorschlag, der bereits im März von den Anliegern abgelehnt worden war (wir berichteten). Das Wasserwirtschaftsamt wolle nun aber aufgrund der aktuellen Ereignisse noch einmal Kontakt mit den Betroffenen aufnehmen und sie davon überzeugen, ihre Meinung zu ändern.

Und dass sich etwas ändern muss, davon ist Murnaus Feuerwehr-Kommandant und Kreisbrandmeister Herbert Maurus überzeugt. Schon öfter mussten er und seine Männer ausrücken, um die Häuser in den Loisachauen vor einer Überflutung zu bewahren. „Dazu sind wir ja auch da, aber der Aufwand ist immens“, betont Maurus, der am Donnerstag 13 Stunden im Einsatz war. Er plädiert dafür, den Damm zu verstärken und zu erhöhen. „Aber das ist natürlich mit einem enormen Kostenaufwand verbunden.“

Viel Geld wird nicht nötig sein, um den Erdrutsch am Gudiberg in Garmisch-Partenkirchen abzutragen. „Es ist tatsächlich nicht so schlimm, wie es aussieht“, teilt Rathaus-Sprecher Florian Nöbauer nach einer ersten Begehung mit. „Vermutlich war eine ältere Drainage verstopft, weshalb in der Mitte des Hangs links oberhalb der Eon-Baustelle auf 30 Metern Länge und 50 Metern Breite Erde abgerutscht ist.“ In den nächsten Tagen sollen nun alle Drainagen kontrolliert und gegebenenfalls neue gelegt werden. „Außerdem tragen wir die Erde ab, die sich gelöst hat“, schildert Nöbauer. Zu Verzögerungen der Bauarbeiten am Gudiberg soll es deswegen nicht kommen.

Nicht ganz so einfach zu beheben ist der Erdrutsch, der an Fronleichnam große Teile der Forststraße am Ferchenbach in Garmisch-Partenkirchen zerstört hat. „Das Hochwasser hat zu Erosionen am Hang geführt, weshalb der Weg auf einer Länge von insgesamt 100 Metern abgerutscht ist“, erläutert Meinhard Süß, Leiter des Forstbetriebes Oberammergau, der auch für Garmisch-Partenkirchen zuständig ist. Betroffen ist der Bereich kurz nach der Ferchenbachbrücke und auf Höhe Hintergraseck, weshalb die Verbindung zwischen Partnachklamm und Elmau gesperrt ist. Zudem hat sich das Landschaftsbild nach Angaben des zuständigen Försters Walter Echter stark verändert: „Durch die schwarze Schieferverwitterung, die dort vorkommt, hat sich der Ferchenbach dunkelbraun gefärbt. Die Fluten sind zwar nicht mehr gefährlich, sehen aber bedrohlich aus.“

Auch interessant

Mehr zum Thema

Kommentare