Spaß an der Arbeit: Mechatronikerin Anna Hirschauer kommt heute ins zweite Lehrjahr. Foto: Martin

Bewerberflaute in den Betrieben - im Landkreis sind noch 218 Ausbildungsstellen frei

Garmisch-Partenkirchen - Weniger junge Leute, dafür mehr Ausbildungsplätze, um den Fachkräftemangel auszugleichen: derzeit kommen im Landkreis 218 freie Stellen auf nur 78 unversorgte Bewerber.

Selbstbewusst läuft Anna Hirschauer durch die Hallen von Geiger Automotive in Murnau. „Hier habe ich die perfekte Mischung aus Elektronik und Metallmechanik gefunden“, sagt die 20-Jährige über ihre Ausbildungsstelle zur Mechatronikerin. Heute beginnt für sie das zweite Lehrjahr. Viele andere im Landkreis Garmisch-Partenkirchen starten gleichzeitig in das Berufsleben: Manche Arbeitsplätze bleiben aber leer. Noch immer sind 218 Stellen unbesetzt. Und nur 78 junge Menschen sind noch auf der Suche.

„Es war für die Bewerber noch nie so gut gestanden“, sagt Ferdinand Pilzweger, Leiter der Agentur für Arbeit Weilheim, die auch den Landkreis Garmisch-Partenkirchen betreut. Was für die einen ein Segen ist, ist für die anderen ein Fluch: „Viele Betriebe finden keine Nachwuchskräfte mehr. Es gibt immer weniger Bewerber.“

Die schrumpfenden Bewerberzahlen treffen vor allem die Branchen hart, die bei den Schulabgängern nicht besonders hoch im Kurs stehen: Das Hotel- und Gaststättengewerbe und der Einzelhandel. Florian Möckl, Vorsitzender des Gewerbeverbandes Garmisch-Partenkirchen, kennt die Situation. „Aber ich sehe die rückläufigen Bewerberzahlen nicht nur negativ. Es gibt einen positiven Wettbewerb. Und die Unternehmen müssen auch mal um die Gunst der jungen Leute buhlen“, betont der Einzelhändler, der jedes Jahr einen Lehrling einstellt. „Heuer hatten wir kein Problem, jemanden zu finden. Aber da braucht man das Quäntchen Glück.“ Denn waren es vor zehn Jahren noch knapp 40 Bewerber auf die Stelle, seien es heuer nur zehn gewesen.

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Ebenso viele Anfragen kamen in diesem Jahr beim Rheinischen Hof an - für vier zu besetzende Stellen. Für Jutta Griess, Geschäftsleiterin und gleichzeitig Kreisvorsitzende des Bayerischen Hotel- und Gaststättenverbandes, keine überraschende Zahl. Wegen des demographischen Wandels „war klar, dass sich was ändert“. Denn es gibt immer weniger junge Menschen. Gleichzeitig sei die Zahl der Ausbildungsstellen wegen das Fachkräftemangels erhöht worden. Griess weiß um die Sorgen der Unternehmen im Landkreis: „Ich habe gehört, dass viele nicht die Auszubildenden bekommen haben, die sie wollten oder brauchen.“

Und das eben branchenübergreifend. Auch bei Geiger in Murnau sind noch zwei von sechs Stellen frei. „Wir brauchen noch einen Mechatroniker und einen Verfahrensmechaniker für Kunststoff- und Kautschuktechnik“, sagt Simone Gutmann von der Personalabteilung. Das Unternehmen sucht weiter, auch über den 1. September hinaus. (kma)

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