Bilder mit sugestiver Ausstrahlung

Garmisch-Partenkirchen - Dem Künstler Fritz Hagl, der zu Beginn seiner Laufbahn in Garmisch-Partenkirchen gelebt hat, widmet die Galerie des Marktes eine Sonderausstellung.

Von der Marktgemeinde zog es Hagl in seine Geburtstadt München, wo er sich nach dem Studium an der Akademie in Schwabing als Porträtmaler betätigte. Große Erfolge hatte der 30-Jährige mit der Gestaltung von Filmplakaten und lukrativen Dekorationsaufträgen, unter anderem für die Weltausstellung in Brüssel 1958. Ab 1961 wohnte und arbeitete er mit Frau und seinen zwei Töchtern auf Elba.

Die Malerei aus diesen äußerst fruchtbaren Künstlerjahren beschrieb Prof. Dr. Andreas Kühne (Akademie der Bildenden Künste München) in seiner Laudatio treffend: "Wie ein Gärtner, der seinen Garten anlegt, schuf Fritz Hagl seine Parallelwelten zur Natur." Bilder mit einer ungeheueren Formdichte zeigen zumeist Gesteinsstrukturen, Flechten und mikroskopisch feine Verästelungen, wie von Blättern, Moosen, Korallen und Pilzen. "Die Strände auf Elba waren eine wahre Fundgrube - ein Kosmos aus Kombinationen - man musste nur hinsehen und sie in die entsprechende Ordnung bringen", erklärte Hagl in seiner 2003 erschienen Monographie. Diese "Ordnung" ist die eigentliche künstlerische Leistung des Malers. Sie hat bei Hagl keinen Namen, wie auch keines seiner Kunstwerke: "Meine Bilder haben keine Titel; dadurch hat der Betrachter die Freiheit, unbeeinflusst die ihm entsprechende Interpretation und seinen eigenen Platz im Bildgeschehen zu entdecken." Fest steht: Die Gemälde von Fritz Hagl haben eine starke suggestive Ausstrahlung, der sich wohl kein Besucher beim Rundgang durch die Ausstellung entziehen kann und die seiner Kunst den Nimbus des Geheimnisvollen verleihen. Hagl hat diese Bilder zu Lebzeiten zurückgehalten.

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