Bildhauer stefan Ester überzeugt in Argentinien

Garmisch-Partenkirchen - Sie ist 4,80 Meter groß, mehrere hundert Kilogramm schwer und heißt "Moses" - die Holzskulptur, mit der der Stefan Ester den Großen Preis der Bienal del Chaco gewonnen hat.

"Das ist mit Abstand mein größter Erfolg", sagt der Bildhauer, der außerdem noch den Künstlerpreis ergattern konnte. Der Wettbewerb findet alle zwei Jahre statt und stets wird ein anderes Material bearbeitet. Dieses Mal setzten sich die Teilnehmer mit Qebracho, übersetzt "Axtbrecher", auseinander. Dabei handelt es sich um die härteste Holzsorte der Welt, die nicht einmal auf Wasser schwimmt. Das ganze Material sowie fünf Kettensägen zur Bearbeitung wurden vor Ort gestellt. Als Thema waren "Die zehn Gebote" vorgegeben und Ester hat Moses gewählt: "Das war der erste Gedanke, den ich mit den zehn Geboten verbinde."

Der in Füssen geborene Künstler besuchte die Schnitzschule in Oberammergau und machte zwischen 1981 und 1989 eine Ausbildung zum Bildhauer. Seit 16 Jahren beschäftigt er sich mit plastischer Arbeit. Wichtig ist es ihm dabei, "zeitgemäß zu arbeiten". Ester möchte die Dinge anders zeigen, als sie über Internet und Medien vermittelt werden und "Kunst ist ein schöner Transmitter".

Neben dem Event in Argentinien habe er schon an Wettbewerben in verschiedenen Ländern teilgenommen, erzählt der 45-Jähriger. Das liege auch daran, dass sich für Bildhauer dort häufig andere Möglichkeiten bieten. "Was das Kulturelle angeht, ist das Ausland offener, begeisterungsfähiger." Diese Erfahrung machte er auch in Argentinien, als zur Abschlussfeier über 15000 Leute kamen, was nicht verwunderlich ist, gilt doch der Wettbewerbsort Resistencia, Hauptstadt der Provinz Chaco, als "Stadt der Skulpturen". Im dortigen Open-Air-Museum steht jetzt auch Esters Sieger-Kunstwerk.

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