Abgeschalten: Am Bischoffeck haben Heimo Golaschewski und Claus Berger Standl und Beleuchtung abgebaut. Drumherum strahlt’s noch. Michaela Nelhiebel von der Werbegemeinschaft zeigt Verständnis für die technischen Probleme. Foto: Mayr

Nur am Bischoffeck leuchtet’s nicht mehr

Garmisch-Partenkirchen - Am Bischoffeck in der Fußgängerzone ist die Beleuchtung weg, drumherum leuchtet's noch. Andreas Fischer ärgert sich, Michaela Nelhiebel von der Werbegemeinschaft zeigt Verständnis.

Am Bischoffeck bleibt’s dunkel. Heimo Golaschewski und „Würschtlmo“ Claus Berger haben den Stecker gezogen und ihre Beleuchtung im Garmischer Zentrum abgebaut - während es drum herum noch leuchtet. Andreas Fischer, Inhaber vom Wirtshaus Mohrenplatz, zeigt dafür kein Verständnis. Michaela Nelhiebel, Vorsitzende der Werbegemeinschaft, dagegen umso mehr: für den Abbau auf der einen und die Verärgerung auf der anderen Seite.

Im Sommer 2012 war’s, da hat sich Golaschewski überlegt, man müsse das Bischoffeck zur Winterzeit attraktiver gestalten. Dort betreibt der Inhaber des Restaurants Maronis in der Adventszeit bis Anfang Januar einen Glühweinstand, während Claus Berger die Gäste mit seinen bekannten Würschtln versorgt. Der war gleich begeistert von Golaschewskis Idee: Eine aufwändige Beleuchtung sollte ihr Eck zum Strahlen bringen. Die Werbegemeinschaft war gleich mit an Bord. Bei einer renommierten Firma in Österreich, die bereits den Prachtboulevard Champs Élysées in Paris erleuchtete, wurden tausende Lichter bestellt. Als das Zentrum Ende November 2012 erstmals erstrahlte, war die Begeisterung bei Gästen und Werbegemeinschaft riesig. „Einfach super-toll“, fand Nelhiebel Bergers und Golaschewskis Initiative.

Doch ausgerechnet die Ideengeber gehen den Weg der Allgemeinheit nicht mit: Während alle anderen Lichter bis zum ersten Februarwochenende und bis nach den Weltcup-Rennen brennen, haben sie schon alles abgebaut, Standl und Lichter.

„Das ist schwach“, findet Fischer. „Wenn man etwas gemeinsam macht, muss man es auch gemeinsam durchziehen“, müsse doch gerade als Vorreiter die anderen mitziehen. „Mich stört’s als einen, der auch einen Baum hat.“

Die Werbegemeinschaft investierte für die ersten Lichter 60 000 Euro, der Markt trug davon 11 600 Euro. Geschäftsleute können eine Art Patenschaft für einen beleuchteten Baum übernehmen und bezahlen dafür einen Betrag. Fischer ist zwar nicht Mitglied der Werbegemeinschaft, hat sich aber beteiligt. Nach eigener Aussage kosteten ihn die Lichter für die Kastanie etwa 6500 Euro. Berger und Golaschewski, Mitglieder im Verein, finanzierten ihre Beleuchtung komplett selbst: 18 000 Euro pro Mann. Insgesamt 12 000 Euro kosten zudem jedes Jahr die Miete für eine Dach-Konstruktion sowie Auf- und Abbau.

Letzterer ist erledigt, die Lichter sind verräumt. Berger sagt: Es geht nicht anders. Sie könnten die Beleuchtung an den Bäumen wegen technischer Schwierigkeiten nicht hängen lassen: Für die acht Wochen bis 6. Januar müssen die Männer bei der Gemeinde beantragen, deren Anschluss vor dem Esprit-Shop nutzen zu dürfen. Von dort wird ein Kabel zu den Bäumen gelegt, dort wiederum ein Verteilerkasten aufgebaut, über den Standl und Beleuchtung mit Strom versorgt werden. Mit den Buden kommt der Kasten weg. Eine extra Versorgung für die Beleuchtung aufzubauen, sei enorm schwierig.

Nelhiebel versteht das Unverständnis mancher, die selbst einen Baum finanzieren. Und natürlich „wäre es hübscher“, wenn das Bischoffeck erleuchtet wäre. „Aber man muss die andere Seite sehen.“ Sie zeigt Verständnis für Berger und Golaschewski, hofft aber, „dass es im kommenden Jahr anders läuft“. (kat)

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