Braucht der Campingplatz am Isarhorn eigene Abbiegespur?

Mittenwald - Wegen Unfallgefahr könnte das Straßebauamt Weilheim eine Abbiegespur auf der Bundesstraße 2 für den Campingplatz am Isarhorn fordern.

Im Zusammenhang mit den Erweiterungsplänen von Pächter Andreas Haaf - er will ein Hüttendorf mit 25 festen Bungalows und ein neues Sanitärgebäude bauen - beschäftigten sich nun die Mittenwalder Gemeinderäte mit dieser Problematik. Die zentrale Frage: Muss eine eigene Linksabbiegespur gebaut werden? Wegen der Unfallgefahr könnte das zumindest das staatliche Hochbauamt Weilheim fordern.

Das Problem dabei: "Da die Gemeinde den Bebauungsplan aufstellt, müssten wir uns eventuell an den Ausführungskosten beteiligen", sagt Marktbaumeister Georg Wörnle. Darum wurde auch der Satzungsbeschluss vorerst zurückgestellt. Wörnle betont aber, dass neben der noch ausstehenden Entscheidung des Straßenbauamtes über die Abbiegespur auch noch einige Punkte bezüglich der Ausgleichsmaßnahmen und dem Restrisiko für Stellplätze im Überschwemmungsbereich abzuklären seien. "Wir bedauern, dass sich dadurch ein möglicher Baubeginn verzögert."

Die Verwaltung soll jetzt mit den Fachbehörden abklären, wie das Verfahren schnellstmöglich fortgesetzt werden kann. In Zusammenarbeit mit Haaf soll versucht werden, dem Landratsamt ein genehmigungsfähiges Bauvorhaben oder ein Teilprojekt vor Abschluss des Planverfahrens vorzulegen. "Wir sind sehr daran interessiert, dass dieses Projekt umgesetzt wird", bekräftigt Bürgermeister Adolf Hornsteiner. Sein Vorschlag: "Man könnte auch die von Süden kommenden Campingplatzbesucher bis zum Verteiler in Krün weiterfahren zu lassen. Dann kämen sie als Rechtsabbieger zurück." Gemeinderat Hans Klotz sieht die Verzögerung als Bremsung für den Investor. "Nicht nur Haaf braucht die Abbiegespur, auch die Gemeinde benötigt sie wegen der Unfallgefahr."

Die exponierte Lage am Isarhorn mit der Isarbrücke und dem anschließenden Abzweig zum Campingplatz erörterte Gemeinderat und Polizei-Hauptmeister Dieter Schermak aus der Sicht des Verkehrsreferenten: "Trotz Geschwindigkeitsbeschränkung auf 80 sind dort sechs Unfälle passiert." Als erste Maßnahme schlägt er deshalb vor, den durchgezogenen Mittelstreifen auf der Brücke als Doppellinie auftragen zu lassen. Diese Maßnahme werde demnächst durch das Straßenbauamt umgesetzt.

Campingplatzbetreiber Haaf hat nach Rücksprache in der Gemeinde seinen Erweiterungsplan vorläufig auf Eis gelegt. "Ich kann mich ja nicht darauf verlassen, dass an der Stelle kein Unfall mehr passiert. Die Straße gehört dem Bund, mein Gelände habe ich vom Forst gepachtet." Also solle auch der Staat die Erschließungskosten bezahlen. "Ich kann diese Ausgaben nicht auch noch stemmen." Und Haaf hat noch eine Idee: "Gegenüber meiner Einfahrt sind drei weitere Ausfahrten zu einem Lagerplatz, dem Bundeswehr-Schießplatz und zum Forsthaus. Man sollte mal über einen Kreisverkehr nachdenken. Platz wäre genug da, und zwischen Murnau und Weilheim funktioniert das gleich zweimal."

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