Die Aussicht auf die Olympischen Winterspiele wirft bei den Bürgern viele Fragen auf. Jürgen Hase (l.) macht sich Gedanken über den gewaltigen Energieverbrauch und die Kosten für die künstliche Beschneiung. Fotos (4): Stöckerl

Bündnis NOlympia 2018: Skeptiker bestätigt

Garmisch-Partenkirchen - Für das Bündnis NOlympia 2018 ist klar: Die Winterspiele, um die sich Garmisch-Partenkirchen im Verein mit München und Schönau bewirbt, sind für das Loisach- und das Ammertal zu groß.

Schon zu Beginn der Veranstaltung kann sich Axel Doering nur mühsam Gehör verschaffen, so emotional diskutieren die Besucher im vollen Schatten-Saal miteinander. Und selbst nach dem offiziellen Teil bleiben sie lange sitzen, um im Gespräch das Gehörte zu verdauen. Die Einwände der Warner haben ihre Wirkung auf das Publikum, in dem überraschend viel junge Leute und Einheimische sitzen, nicht verfehlt.

Als erstes malt Doering aus, was einem Ort passieren könnte, der „in die Fänge des Internationalen Olympischen Komitees“ (IOC) gerät. Ihm stoßen die „Dominanz von München und die Arroganz der Bewerbungsgesellschaft“ auf. Überhaupt sei die Bewerbung ohne viel Bevölkerung gelaufen. Doering erinnert daran, dass die SPD-Bemühungen um eine Bürgerbefragung zu Beginn der Olympia-Debatte und später das von der CSU angeregte Ratsbegehren am Votum der Mehrheit scheiterte.

Doerings Kritik: Nachhaltige Spiele wurden vesprochen. „Was soll an Sportstätten für über 30 Millionen Euro in Oberammergau, die nachher wieder abgerissen werden, nachhaltig sein? Ist das ökologisch, wenn für 16 000 Autoparkplätze die artenreichsten Wiesen zugebaut werden?“ Auch an Angaben der Bewerber, die Olympischen Spiele würden Garmisch-Partenkirchen zwischen zwölf und 15 Millionen Euro kosten, hegt Doering starke Zweifel: „Das wäre ja nicht recht viel mehr als die Kostensteigerung bei der neuen Schanze.“

Korbinian Freier aus Oberammergau hinterfragt die Argumente der Befürworter. „Warum soll das ein Riesenimagegewinn sein? Überall in der Welt kennt man unser Dorf – wegen der Passion.“ Die Zerstörung von Natur, Kultur und Landschaft bringe dem Ort höchstens einen negativen Ruf ein. Auch die Behauptung, Oberammergau bekomme die Winterspiele umsonst, lässt er nicht gelten: „Jetzt kommen die ersten Zahlen aus den Büschen“. Und zur Frage der Haftung für Schäden auf den Wiesen ist er überzeugt: Das IOC wird in keinem Vertrag stehen. Warum nimmt man für die Biathlon und Langlaufwettbewerbe nicht die Sportstätten in Ruhpolding her? Das ist für den jungen Oberammergauer die Gretchenfrage. Die Antwort gibt er selbst. Weil man mit der Konzentration auf wenige Austragungsorte das französische Annecy ausstechen wolle. Freiers These: Nachhaltigkeit wird der Konkurrenz geopfert. Hoffnung auf ein gutes Ende machen ihm die Neinstimmen von etlichen Grundbesitzern.

Eva Stöckerl

Auch interessant

Kommentare