Besonders anspruchsvoller Einsatz: ADAC-Crew bei der Bergung von Skifahrern aus den Bahn-Kabinen am Brauneck. Foto: Frasch

Christoph Murnau: Wieder mehr Einsätze

Murnau - Der Rettungshubschrauber Christoph Murnau ist 2009 deutlich häufiger alarmiert worden als im Vorjahr. Der ADAC vermeldet eine Steigerung um über zwölf Prozent.

779 Mal galt es, einen Notarzt rasch zu einem Patienten zu bringen und akut Erkrankte oder Verletzte schnell in eine Fachklinik zu fliegen; 140 Mal wurde die Winde 2009 benötigt, meist bei Rettungen in unwegsamem Berggelände. In mehr als jedem vierten Einsatz (319) ging es darum, Menschen in ein anderes Hospital zu verlegen. Dazu kamen allerdings über 120 Fälle, die sich als Falschmeldung entpuppten oder bei denen der Patient bereits versorgt war.

Die Hubschrauberrettungen gehen ins Geld: 41,50 Euro werden nach Angaben des ADAC bei Christoph Murnau pro Flugminute angesetzt, 40 Minuten fallen beispielsweise bei einem Einsatz auf der Zugspitze an. Doch der Aufwand zahle sich aus, betonen Experten. Der Faktor Zeit spielt bei Not- und Unfällen eine entscheidende Rolle: „Die Komplikationsrate nimmt zu, je länger der Patient nicht primärversorgt ist und je länger es dauert, bis er in ein Hospital gebracht wurde“, erklärt Dr. Thomas van Bömmel, leitender Hubschrauberarzt an der Unfallklinik. Im Schnitt seien die Folgekosten, die durch eine verzögerte Primärversorgung und die entsprechende Nachbehandlung entstünden, „ungleich höher“. Große Bedeutung komme der Luftrettung auch in schwer zugänglichen Gebieten oder in flächigen Regionen mit schlechter Notarztversorgung zu.

Patienten könnten rasch behandelt und sofort in eine Fachklinik gebracht werden, ergänzt Rudolf Vogler von der Pressestelle des ADAC Südbayern. „Der Hubschrauberliefert ein Rundum-Paket.“ Das Vertrauen in dieses Rettungsmittel sei „in den vergangenen Jahren deutlich gestiegen, das belegen die Zahlen“. Der ADAC vermeldet deutschlandweit Zuwächse. Vogler führt diese auch auf ein „verändertes Freizeitverhalten“ zurück.

2009 verbrachten die Crew-Mitglieder von Christoph Murnau über 800 Stunden in der Luft.

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