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Immer wieder unter Beschuss: die Kreisentwicklungsgesellschaft.

Aufbau zu komplex

Daniel Gromotka nimmt KEG ins Gebet

Landkreis - Zu groß, zu politisch, zu viele Ebenen. Daniel Gromotka, Ex-Geschäftsführer der Kreisentwicklungsgesellschaft, meldet sich zu Wort - und übt Kritik.

Drei Jahre ist es inzwischen her, dass der erste Regionalmanager der KEG, der Kreisentwicklungsgesellschaft, das Handtuch geworfen hat. Nach nur 19 Monaten im Amt ging Daniel Gromotka. Wer meint, dass er mit dem Thema abgeschlossen hat, der irrt. Der einstige Geschäftsführer verfolgt nach wie vor die Entwicklung der stark in der Kritik stehenden Gesellschaft. Nun meldet er sich mit einem offenen Brief, den er ans Tagblatt geschickt hat, zu Wort. Und sein Urteil fällt nicht positiv aus.

Nachdem nun auch sein Nachfolger, Matthias Kratz, geht, stellt Gromotka klar: „Die Lokalpolitiker im Landkreis sollten sich ernsthafte Gedanken über den Sinn und Zweck“ der KEG machen. „Offenbar ist das bislang, trotz ihrer mittlerweile fast fünfjährigen Existenz, nicht ausreichend gemacht worden.“ Die Grundidee, dass Kreis und Kommunen zusammen die Region voranbringen wollen, hält Gromotka für innovativ und gut. Allerdings sei die GmbH sehr komplex aufgebaut worden. „Vielleicht aufgrund eines gewissen gegenseitigen Misstrauens.“

Die Folge in seinen Augen: Viele der ohnehin sehr knappen Ressourcen würden für die Aufarbeitung der internen Arbeit, auch in den Gremien, aufgebraucht. Dem könnte mit einer Verschlankung der Prozesse entgegengewirkt werden. „Die vielen Beiräte sind zwar für eine politische Debatte sinnvoll, sie mindern aber offenbar die Effektivität der Gesellschaft dermaßen, dass viele sie als ,politischen Tanker‘ wahrnehmen.“

Die Verantwortlichen sollten deshalb darüber nachdenken, „den Gesellschafterkreis stark auszudünnen“. In vielen anderen Regionen sei der Landkreis in ähnlichen Organisationen einziger kommunaler Gesellschafter. „Ergänzt um wichtige weitere Akteure.“ „Riesige Synergiepotenziale“ sieht er im Tourismus, wo es drei parallele Handlungsebenen (Gemeinden/Talschaften/KEG) gebe. „Braucht es das alles?“, fragt sich Gromotka, der in München lebt.

Anstatt an verschiedenen Stellen Geld auszugeben, könnte über eine große, effiziente Dachorganisation nachgedacht werden. Das Allgäu praktiziert dies erfolgreich. Der Blick in andere Regionen zeigt für ihn außerdem, dass auch dort Standortentwicklung über Gesellschaften betrieben wird. GmbHs, die nicht öffentlich tagen. Deshalb ist für ihn der Vorwurf der Intransparenz nur teilweise nachvollziehbar. Dass in der Gesellschafterversammlung zuletzt nicht über die breite Kritik in vielen Gemeinderäten oder den Austritt Murnaus geredet worden sein soll, verwundert ihn nicht. „Die interne Diskussion der Gesellschafter war eigentlich immer sehr sachlich, der ,Stress‘ wurde extern ausgetragen.“

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