Ein Dorf im Ausnahmezustand

Ohlstadt - 7000 Teilnehmer aus 108 Kompanien werden am 13. Juli in Ohlstadt zum großen Alpenregionstreffen der Gebirgsschützen aus Bayern, Südtirol und Welschtirol erwartet.

Es ist ein Ereignis für den Loisachtalort, "das es in dieser Größenordnung bisher bei uns noch nicht gegeben hat", so Bürgermeister Anton Fischer. Vom 10. bis 13. Juli steigt in Ohlstadt das große Alpenregionstreffen der Gebirgsschützen, und eben am Sonntag zum großen Festzug haben sich 7000 Schützen aus Süd- und Welschtirol und Bayern angekündigt. Tausende Zuschauer werden dieses Bild vom aus allen Nähten platzenden Bobdorf vervollständigen.

Der ganze Ort ist in die Vorbereitungen mit eingebunden. Von den tiefen Gräben vor und nach der Kommunalwahl sei nichts mehr zu spüren, wie Rathauschef Fischer versichert: "Man hält zusammen." Bei Manfred Poschenrieder laufen wieder einmal die Fäden zusammen. Der Hauptorganisator ist zufrieden: "Ich hab' gute Leute hinter mir." Schon vor zwei Jahren (!) haben die ersten Vorbereitungen begonnen. Längst gibt es einen "Schlachtplan", wer wann wo was macht.

Höhepunkt des Alpenregionstreffens, das alle zwei Jahre abwechselnd in Bayern, Süd- und Welschtirol ausgetragen wird, ist sicherlich der große Festzug am Sonntag. 108 Kompanien werden erwartet, erklärt der Vorsitzende der Ohlstädter Gebirgsschützen. Im ganzen Dorf sind vor und während des Umzugs 20 Versorgungsstände aufgebaut. Hier kann Poschenrieder auf die Unterstützung aller Ortsvereine bauen.

Verköstigt werden die Gäste in zwei Zelten, die Platz für 4500 und 2500 Mann bieten. Festwirt Manfred Werner hat nach 25 Jahren genügend Routine und Erfahrung, um die Veranstaltung problemlos zu meistern. Feste in dieser Größenordnung sind für ihn "gang und gebe". Pro Besucher am Sonntag rechnet er mit einer Mass Bier. "Zwei Drittel werden etwas essen." 6000 bis 7000 Portionen Braten und Hendl könnten so allein am Sonntag über die Theke gehen.

Auch für die Murnauer Polizei ist das Gebirgsschützentreffen eine "Riesen-Herausforderung". Die Beamten sind für den Personenschutz von Ministerpräsident Günther Beckstein und für die Verkehrsregelung verantwortlich. Poschenrieder rechnet mit bis zu 200 Bussen am Sonntag. Damit das Verkehrsaufkommen bewältigt werden kann, sollen Besucher aus der Region mit dem Zug nach Ohlstadt kommen.

Eng wird es auch bei den Unterkünften: Die Betten von Garmisch-Partenkirchen bis nach Bad Tölz sind weitgehend ausgebucht. Das Hotel "Alpenblick" in Ohlstadt ist bereits seit Februar dicht. Im örtlichen Verkehrsamt sucht man noch dringend Unterkünfte (Telefon 08841/7480), weiß dort Mitarbeiterin Doris Mayer. In einem Punkt sind sich alle Beteiligten sicher: Ein Fest dieser Größenordnung kann nur auf die Beine stellen, wer zusammenhält. Aber da hat es laut Poschenrieder in Ohlstadt noch nie ein Problem gegeben.

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