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Landrat Anton Speer.

Landrat schreibt an Bundesumweltministerin

Droht Wertstoffhöfen das Aus?

Landkreis - Anton Speer hat eine Befürchtung: Der Landrat sieht die Zukunft für Wertstoffhöfe in Gefahr. 

Klartext spricht Landrat Anton Speer (Freie Wähler), wenn er sich den Arbeitsentwurf des Bundesumweltministeriums anschaut, der die Sammlung, Sortierung und Verwertung von Wertstoffen neu regeln soll. Speer hält ihn „nicht nur aus ökologischer Sicht für verfehlt“. In Übereinstimmung mit den kommunalen Spitzenverbänden befürchtet er das „Aus“ für die in Bayern bestens bewährten Wertstoffhöfe und zugleich Gebührensteigerungen für die Bürger um bis zu 20 Prozent. Er hat deshalb Bundesministerin Barbara Hendricks (SPD) gebeten, den Entwurf ihres Ministeriums komplett zu überarbeiten.

Der Entwurf sieht vor, dass künftig auch die Sammlung, Sortierung und Verwertung von „Nichtverpackungen“ aus Kunststoff oder Metall vollständig den sogenannten privaten Systembetreibern übertragen wird. Es geht gerade um solche Stoffe, die in Bayern bislang sortenrein in den kommunalen Wertstoffhöfen erfasst und anschließend verwertet worden sind. Der Bund will für diese Stoffe nunmehr Mindestsammelmengen von bis zu 30 Kilogramm pro Kopf vorschreiben. Solche Mengenvorgaben zwingen in der Praxis zur Einführung einer Wertstofftonne, in der dann künftig alles zusammengeworfen wird, was bislang getrennt wurde. „Ökologisch ist das nicht“, so Landrat Speer. Denn erfahrungsgemäß werden nicht sortenrein erfasste Wertstoffe oft nur „scheinverwertet“, also verbrannt.

Für Speer ist es völlig unverständlich, warum der Bund ein bisher hervorragend angenommenes System auf Kosten der Bürger opfern will: „Ziel muss es sein, dass zumindest die Erfassung von Wertstoffen aus privaten Haushalten und die Sammlung von Papier, Pappe und Kartonagen in die alleinige Zuständigkeit der öffentlich-rechtlichen Entsorger fallen“, so der Landrat in seinem Schreiben an die Ministerin.

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