Paradiesisch wirkt der neu angelegte Naturpool. Vor vier Wochen war hier noch der Hotel-Parkplatz. Foto: Sehr

Ehemaliges Posthotel neu eröffnet

Garmisch-Partenkirchen - Über 6 Millionen Euro hat Bauunternehmer Ibrahim Kavun in das Traditionshaus der der Ludwigstraße im Ortsteil Partenkirchen gesteckt. Das Ergebnis kann sich mehr als sehen lassen.

Ein türkischer Bauunternehmer übernimmt das Posthotel - passt das zusammen? So fragten sich viele Einheimische, als Ibrahim Kavun im April 2009 das Traditionshaus an der Ludwigstraße im Ortsteil Partenkirchen erwarb. Es passt. Das zeigte der 48-Jährige jetzt bei der Neueröffnung des Atlas Grand-Hotels, wie das Haus nun heißt.

Das bestätigt auch Norbert Macher, der den Betrieb noch von früher kennt. „Der Spagat ist gelungen“, findet der Inhaber von Juwelier Neuner bei einem Rundgang durch das frisch sanierte Vier-Sterne-Superior-Hotel. Er spielt damit auf das Leitmotiv des Hauses an: „Mit Tradition in die Moderne“. Über sechs Millionen Euro und ein Jahr Arbeit hat es Kavun gekostet, um dieses Ziel zu erreichen. So sind zum Beispiel die alten Holzvertäfelungen in den 59 Zimmern und den drei Suiten geblieben. Die Badezimmer dagegen sind komplett neu. „Die Duschen sind so modern, dafür gibt es sogar Bedienungsanleitungen“, erzählt Theresa Kopp, eine der vier Hostessen, die die rund 250 Gäste an diesem Abend durch das Hotel führen.

Doch bei allem rustikalem Charme - ein paar orientalische Einflüsse gibt es nun auch in dem urbayerischen Hotel, dessen Wurzeln auf das 16. Jahrhundert zurückgehen. „Im ehemaligen Weinkeller ist ein türkisches Dampfbad entstanden, ein sogenannter Hamam“, erklärt der neue Hotel-Direktor Thorsten Lindner. Dort können sich die Gäste auf einem heißem Stein einseifen und massieren lassen. Abkühlen verspricht der neu angelegte Naturpool mit Wasserfall im Hotelgarten. „Noch vor vier Wochen war hier ein Parkplatz“, verrät Rezeptionistin Rita Vahnenbruck. Vom Pool aus gelangen die Gäste über eine Holztreppe in den ebenfalls komplett neuen Wellness-Bereich, von wo aus sie einen gigantischen Blick auf das Zugspitzmassiv haben.

Es sind Orte wie diese, die Kavun so an Garmisch-Partenkirchen liebt. „Es ist einfach sehr schön hier“, begründet der Investor in perfektem Deutsch, warum er bereits sein drittes Hotel in der Marktgemeinde gekauft hat. Denn auch das Posthotel am Marienplatz und das künftige Parkhotel an der Mittenwalder Straße gehören zur Kavun-Gruppe - weitere Investitionen nicht ausgeschlossen. Doch darüber will der sechsfache Großvater bei der Neueröffnung seines dritten Hotels nicht sprechen. Begleitet von seinen Bodyguards, muss sich Kavun vielmehr um seine zahlreichen Freunde und Geschäftspartner kümmern, die teilweise sogar extra aus der Türkei gekommen sind, um mit ihm zu feiern. Der Generalkonsul der Republik Türkei, Ali Rifat Köksal, ist ebenso anwesend wie Yilmaz Helvacioglu, ein Abgeordneter der türkischen Regierungspartei AKP. Zwischen ein paar Happen von einem deutsch-türkischem Buffet gibt Kavun der Zeitung „Hürriyet“ und dem Fernsehsender T GRT EU Interviews. Doch auch wenn Kavun in seiner Heimat ein bekannter Mann ist - „ich fühle mich als Bayer“, verrät der sympathische Unternehmer, der im Alter von 17 Jahren nach München kam, um dort Bauingenieurswesen zu studieren. Seine Lederhose hat Kavun an diesem Abend dennoch im Schrank gelassen - vielleicht trägt er sie ja bei der nächsten Eröffnung eines seiner Hotels.

Bürgermeister Thomas Schmid jedenfalls hätte sicher nichts dagegen. „Dank Herrn Kavun gibt es wieder eine Aufbruchsstimmung, die Garmisch-Partenkirchen braucht, und die Ludwigstraße insbesondere“, sagte der Rathaus-Chef in seiner Festrede. „Es ist wirklich wahnsinnig wichtig, dass dieses Hotel wieder zum Leben erweckt wurde.“ (sis)

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