Veranstalter Peter Krinninger (r.) und sein Anwalt Stefan Beulke bei Prozessbeginn. Foto: Brinkmann

Veranstalter des Zugspitzlaufes freigesprochen

Garmisch-Partenkirchen - Die Starter beim Zugspitzlauf 2008 „haben sich eigenverantwortlich selbst gefährdet“. Deshalb sprach der Richter den Veranstalter vom Vorwurf der fahrlässigen Tötung und Körperverletzung frei.

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Zugspitzlauf: Verteidiger fordert Freispruch

Sichtlich erleichtert vernahmen Peter Krinninger und sein Anwalt Stefan Beulke das Urteil: „Das Gericht hat sich unseren Argumenten voll angeschlossen“, freute sich Beulke. Die viertägige Beweisaufnahme vor dem Amtsgericht Garmisch-Partenkirchen „hat gezeigt, dass die Informationen von Seiten des Veranstalters ausreichend und eindeutig waren“.

Bilder des Todeslaufs

Der Todeslauf auf der Zugspitze

Dennoch hätten sich Teilnehmer, wie die beiden tödlich Verunglückten, für zu leichte Kleidung entschieden. „Für die Folgen haftet der Angeklagte nicht“, unterstrich Pfluger in seiner Urteilsbegründung. Vielmehr hätten zahlreiche Läufer die Regeln des Veranstalters, sich warm und passend anzuziehen, einfach missachtet „und sich damit eigenverantwortlich selbst gefährdet“. Nachdem das Ziel am Gipfel bis 11.45/12 Uhr nachweisbar ohne Probleme zu erreichen war und erst danach zum Sonnalpin verlegt werden musste (was Krinninger auch veranlasst hatte) habe das keine Auswirkungen auf die beiden Verstorbenen gehabt.

Beide, ein Baden-Württemberger (45) und ein 41-Jähriger aus Nordrhein-Westfalen, hatten das Berggasthaus auf 2600 Metern Höhe früher passiert. Nach Einschätzung des Rechtsmediziners, dem Fotos der Läufer am Sonnalpin vorgelegt worden waren, „waren sie dort in der Lage, sich fürs Weiterlaufen zu entscheiden“, erklärte Pfluger. Auch die fahrlässige Körperverletzung in neun Fällen sah er nicht gegeben. „Die Beweisaufnahme hat keine Anhaltspunkte für mangelnde Sicherheitsvorkehrungen gegeben“, so der Richter. Oberstaatsanwältin Andrea Titz hatte eine Geldstrafe gefordert. „Wir haben jetzt eine Woche Zeit, um zu prüfen, ob wir gegen das Urteil Rechtsmittel einlegen oder nicht“, sagte sie.

Auch sie billigte dem Richter zu, es sich angesichts der umfangreichen Beweisaufnahme nicht leicht gemacht zu haben. Obwohl Pfluger den Strafbefehl unterzeichnet hatte, in dem die Staatsanwaltschaft München II eine Geldstrafe in Höhe von 90 Tagessätzen à 150 Euro gefordert hatte, sei er nun zu einem anderen Ergebnis gekommen. Ihre Mitarbeiterin, Staatsanwältin Kristina von Ehrenstein, hatte zuvor ausgeführt, dass Krinninger über überlegenes Sachwissen bezüglich des Wetters und der Strecke verfügt habe: „Je größer die Gefahr, umso größer ist die Aufklärungspflicht durch den Veranstalter.“

Von Tanja Brinkmann

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