Fürs selbe Geld weniger lang parken: So schaut die Zukunft Murnaus wie hier an der Pfarrstraße aus, wenn es nach den Wünschen des Hauptausschusses geht. F.: Schlieck

Einnahmen erhöhen und Verkehr beruhigen

Murnau - Das Parken in Murnau soll teurer werden. So lautet die Empfehlung des Hauptausschusses, über die der Gemeinderat heute entscheiden muss. Geschäftsleute mahnen zur Vorsicht.

Fürs selbe Geld sollen Autofahrer in Murnau künftig weniger lang parken können: Diese Empfehlung hat der Hauptausschuss mehrheitlich abgesegnet. Bisher wurden für 20 Minuten 20 Cent, für 50 Minuten 50 Cent, für 100 Minuten ein Euro und für 120 Minuten 1,20 Euro im gesamten Ortskern bis einschließlich Bahnhofstraße West fällig. In Zukunft sollen Pkw-Fahrer für 10 Minuten 20 Cent, für 30 Minuten 50 Cent und für 60 Minuten einen Euro berappen. Die ermäßigten Sondergebühren für Langzeitparker am Forsteranger und auf den Stellplätzen an der Pechmannstraße werden abgeschafft. Dort können Fahrzeuge in Zukunft nur mehr bis zu vier Stunden lang für höchstens vier Euro abgestellt werden. Bei einer Gegenstimme, die von Wolfgang Köglmayr (CSU) kam, nahmen die Hauptausschussmitglieder diesen Vorschlag der Rathaus-Verwaltung an, den sie selbst noch um die Zehn-Minuten-Kurzzeitregelung erweitert hatten. Das Gremium hatte damit den Antrag der SPD-Fraktion aufgegriffen, die im Rahmen ihres ebenfalls beantragten Gesamt-Vekehrskonzepts für Murnau eine Gebührenerhöhung in den Bereichen Forsteranger, Pfarrstraße, Lederergasse, Petersgasse und Obermarkt vorgeschlagen hatte. Die Wunsch-Sätze der Sozialdemokraten waren 20 Minuten zu 30 Cent, 40 Minuten zu 60 Cent und 60 Minuten zu 90 Cent. „Mit dieser Maßnahme könnten wir einerseits die Einnahmen für die zentralen Parkplätze etwas erhöhen und andererseits den innerörtlichen Verkehr ein wenig reduzieren“, erklärte SPD-Gemeinderätin Elisabeth Hoechner in dem Antrag vom März. Um das Konstrukt der von der SPD vorgeschlagenen einzelnen Straßenzüge zu entzerren, einigten sich die Ausschussmitglieder auf den Vorschlag der Verwaltung, zwei Zonen in Murnau zu schaffen: einmal die Innenzone, also den gesamten Ortskern einschließlich der Bahnhofstraße West, und einmal den Außenbereich, der unangetastet bleiben soll. Eine Prüfung durch die Rathausverwaltung hatte außerdem ergeben, dass das Parken in Murnau trotz dieser Erhöhung immer noch nicht teurer sei als beispielsweise in Weilheim, Garmisch-Partenkirchen oder Bad Tölz. Julia Stewens (Freie Wähler) und Rolf Beuting (ÖDP/Bürgerforum) regten an, für Kurzzeitparker eine sogenannte Semmeltaste einzuführen, um „mal kurz zum Bäcker oder zur Bank gehen zu können“. Diesem Vorschlag wurden die Ausschussmitglieder durch die Einigung auf eine Kurzzeitparkdauer von 10 Minuten für 20 Cent gerecht. Doch es gab auch mahnende Worte von Geschäftsleuten: „Wir reden immer von Verkehrsberuhigung, wir dürfen aber nicht vergessen, dass die Geschäfte von diesem Verkehr auch leben“, gab Andreas Müssig (Freie Wähler) zu bedenken. „Wir machen den Ort damit immer unattraktiver.“ Schreibwarenhändler Wolfgang Köglmayr (CSU), der als einziger eine Erhöhung ablehnte, ging einen Schritt weiter: „Setzt die Gebühren nur rauf, irgendwann werdet ihr hier tote Hose haben.“ Beuting meinte, es gebe „zwei unterschiedliche Gruppen von Besuchern in Murnau, einmal die Touristen und einmal diejenigen, die auch aus dem Umland nach Murnau zum Einkaufen kommen. Und die dürfen wir auf keinen Fall vergrätzen“. Er forderte, zumindest einen Parkplatzführer für Murnau herauszugeben.

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