Führungswechsel: Johann Neumeier (v.l.) beerbt Joachim von Wittern. Der Vize-Vorsitzende des Bezirks Oberbayern, Walter Moser, gratuliert. Foto: Schwer

Einschnitt für Landkreis-Sport

Garmisch-Partenkirchen - Wie erwartet hat der langjährige Kreisvorsitzende Joachim von Wittern sein Amt an Johann Neumeier übergeben.

Der Rücktritt von Witterns aus gesundheitlichen und Altersgründen wird unisono als Verlust für den Sport im Landkreis Garmisch-Partenkirchen gewertet. Mit großem Applaus wurde von Wittern dann auch zum Ehrenvorsitzenden ernannt. „Genau das, was ich nicht wollte“, antwortete dieser gewohnt direkt auf die Ehrung.

Doch ganz wird er sich natürlich nicht zurückziehen aus dem Sportgeschehen. Von Wittern hat sich in den zurückliegenden 15 Jahren zu intensiv und mit persönlichem Einsatz in den BLSV-Kreis 3 im Bezirk Oberbayern eingebracht, als dass er sich von heute auf morgen verabschieden könnte. Dem Vorstand - mit dem einstimmig als Nachfolger ernannten Johann Neumeier an der Spitze - wird der Sportfunktionär aus Ohlstadt als Beisitzer sowie Sportabzeichen- und Senioren-Referent erhalten bleiben.

„Das ist ein großer Einschnitt in der Sportgeschichte der Region“, betonte Landrat Harald Kühn. „Kritisch, aber stets konstruktiv haben Sie die Bedeutung des Sports immer wieder gegenüber Politik und Verbänden mit Nachdruck vertreten.“ Dennoch sei es ein guter Zeitpunkt für die Amtsübergabe, betonte der stellvertretende Bezirksvorsitzende Walter Moser, der ihn unter anderem mit der silbernen Ehrennadel mit Gold des BLSV bedachte.

Seit 1999 lenkte von Wittern die Geschicke des BLSV-Kreises. „Damals waren nur 17 Personen bei der Versammlung. Das war quasi eine Selbstwahl“, erinnerte er sich. Schon ab 1995 war er Schatzmeister gewesen. In den vergangenen Jahren bemühte sich von Wittern intensiv, den Vereinen die Bedeutung des Kreisverbandes deutlich zu machen. Nicht ganz ohne Erfolg - obwohl er selbst sagt: „Es gibt noch vieles, was ich eigentlich machen wollte“. Diemsal waren immerhin 38 Vertreter der insgesamt 111 Vereine im Landkreis anwesend.

Die sprachen sich einstimmig für Neumeier als Nachfolger aus. „Er hat genügend Zeit und Elan sowie beste Kontakte in politische Kreise“, sagte von Wittern über den ehemaligen Landtagsabgeordneten aus Unterammergau. Im Zuge der laufenden Olympiabewerbung sei dies sicher von Vorteil.

Neumeier hat es sich zum Ziel gesetzt, das Miteinander der Vereine zu intensivieren. „In jedem Bereich gibt es eine Landkreis-Organisation. Es sollte auch uns gelingen, verstärkt gemeinsam aufzutreten. Wir müssen unsere Kräfte bündeln.“, sagt er. In diesem Zusammenhang kritisierte Neumeier auch die geplante Kreisentwicklungs-Gesellschaft. In der zu Grunde liegenden Analyse sei der Sport in keinster Weise berücksichtigt worden. „Dabei ist das die größte Bürgerbewegung in der Region. Unsere rund 35 000 Mitglieder decken immerhin 42 Prozent der Bevölkerung ab.“ Er möchte deshalb der Sportbasis auch politisch Gehör verschaffen. (lxs)

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