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Vorsicht ist mehr als geboten: Am Froschsee im Gemeindegebiet von Murnau wurden in diesen Tagen schon erste Schlittschuhfahrer gesehen. Die Polizei rät aber noch davon ab, die Eisflächen zu betreten. 

Endlich Winter Zwischen Staffelsee und Karwendel

Jetzt kommen eiskalte Tage und Nächte

Landkreis - Minus 23 Grad nachts, minus 10 Grad tagsüber und Schneeverwehungen: Das Wetter zeigt sich in den kommenden Tagen von seiner eisigen Seite. Zwar ist die Region wintererprobt. Angesichts solcher Temperaturen gibt dennoch einiges zu beachten.

Ein Blick in die Langzeit-Statistik des Deutschen Wetterdienstes zeigt: Rekorde werden bis zum Wochenende im Landkreis nicht geknackt. Denn: „Am kältesten war es bislang im Februar 1940“, erklärt Wetterbeobachter Marco Kirchner. In diesem Jahr, in dem bereits der Zweite Weltkrieg getobt hat, wurde mit minus 35,6 Grad die kälteste Temperatur in Garmisch-Partenkirchen gemessen. Ganz so schlimm wird es in diesen Tagen zwar nicht. Aber bis zu minus 23 Grad könnten es in der Nacht auf Samstag schon werden. Tagsüber sieht es nicht besser aus: Dann schafft es das Thermometer auch nicht über den Gefrierpunkt, mancherorts bleibt es bei minus 10 Grad sehr eisig.

„Wir haben es derzeit mit einer direkten Nord-Strömung zu tun“, beschreibt Kirchner die Wetterlage. Das heißt: Die bitterkalte Luft aus Skandinavien gelangt ohne große Umwege zu uns – und bringt deutschlandweit tiefsten Winter mit sich. Vor allem in Norden der Republik gab es wegen Sturmtief „Axel“ Schäden. Es hat am Mittwoch aber auch dafür gesorgt, dass die Bayerische Zugspitzbahn den Betrieb der Eibsee-Seilbahn und der Alpspitzbahn einstellen musste. Zwar sollte sich der starke Wind bis zum Abend wieder beruhigen. BZB-Sprecherin Verena Lothes wollte sich verständlicherweise aber noch nicht festlegen, welche Bahnen ab Donnerstag wieder fahren. Sie verweist auf die Internetseite www.zugspitze.de, auf der stets aktuelle Informationen zu den geöffneten Anlagen – auch im Classic-Skigebiet – zu finden sind. „Grundsätzlich freuen wir uns natürlich über die kommende Kälte“, sagt Lothes. Denn sie ist einer von mehreren Faktoren, um die Pisten gut beschneien zu können. „Da geht uns das Herz auf.“

Wer sich bei tiefen Minustemperaturen draußen aufhält – und das muss ja nicht unbedingt auf einer Skipiste sein – sollte sich nicht nur gut vor der Kälte schützen, sondern auch dafür sorgen, dass es im Anschluss genügend Wärme gibt. „Die Gefahr, sich zu erkälten, ist groß“, sagt der Garmisch-Partenkirchner Arzt Dr. Günther Steinebach. Kälte und Feuchtigkeit machen dem Immunsystem ohnehin zu schaffen. Wer unterkühlt ist, kann zum Beispiel ein warmes Vollbad nehmen. Und Personen, die sich schon kränklich fühlen, sollten bei minus 23 Grad „besser zu Hause bleiben“. Ansonsten empfiehlt Steinebach viel vitaminreiches Obst. Und: Eine Grippeimpfung ist für alle, „die noch gesund sind“, weiterhin möglich.

Um die Gesundheit der Bürger ist auch die Polizei Murnau – gerade mit Blick auf die Eisfläche auf dem Staffel-, Rieg- und Froschsee besorgt. „Noch ist es zu früh draufzugehen“, sagt Anton Rager von der Inspektion mit Nachdruck. Besonders der Staffelsee sei mit seinen Strömungen „recht tückisch“.

Erhöhte Vorsicht ist selbstredend auch auf den Straßen geboten. Zudem raten ADAC und TÜV angesichts der Eisnächte dazu, das Frostschutzmittel für Scheibenwischanlage und den Kühler zu überprüfen, „müde“ Batterien sind besser auszutauschen und eingefrorene Türen nicht mit Gewalt aufzureißen. Dabei könnte die Gummidichtung beschädigt werden. Besser ist es, diese vorab mit speziellen Pflegestiften einzufetten. Und so gut gewappnet zu sein für einen Winter, der den Namen auch verdient.

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