Elektromobilität: Koordinator Seiler nicht mehr im Amt

Garmisch-Partenkirchen - Laut Tagesordnung stand das Zentrum für Elektromobilität im Fokus. Für weitaus mehr Diskussion sorgten im Gemeinderat allerdings die Querelen um den bisherigen Koordinator Prof. Wolfgang Seiler.

Den Gemeinderatsmitgliedern war am Montag ein Schreiben von Seiler zugegangen, aus dem hervorgeht, dass die Koordination des Projekts auf das Kompetenzzentrum für Sport, Gesundheit und Technologie übergegangen ist. „Wer kann mich aufklären? Was ist passiert, was wir nicht mitgekriegt haben?“, fragte die von der Entwicklung überraschte CSU-Fraktionsvorsitzende Elisabeth Koch. An einer Antwort versuchte sich Dr. Christoph Ebert, Leiter des Kompetenzzentrums: „Wir haben das von Prof. Seiler in den vergangenen eineinhalb Jahren gestaltete Konzept aufgenommen und lediglich ergänzt.“ Dabei sei aufgefallen, dass zwei für die finanzielle Förderung wichtige Stellen unbesetzt waren: die Projektleiter Flotte und Smart Mobility (Intelligente Mobilität). Ersterer nimmt sich nun Florian Rothfuss an, der anderen widmet sich Prof. Gerhard Wulfhorts. Beide arbeiten bei der Forschungsstelle für Energiewirtschaft (FfE), die bei der Technischen Universität München angesiedelt ist und von der Hans-und-Klementia-Langmatz-Stiftung unterstützt wird.

„Wir haben das Konzept von Prof. Seiler in ein Organigramm überführt“, stellte Ebert klar. Dieser sollte darin eine wichtige Rolle spielen. „Es ist uns aber leider nicht gelungen, Herrn Seiler einzubinden.“ Der sieht die Sache jedoch anders: Erste Hinweise habe er am 17. November erhalten, als ihm die Beschlussvorlage für die Sitzung zugegangen war, in der er nicht mehr als Koordinator aufgeführt war, ist aus Seilers Schreiben zu entnehmen. Weiter heißt es: „Dabei ist festzuhalten, dass mir bis heute meine Absetzung als Koordinator von ,GAP e-mobil‘ unter Nennung der Gründe nicht mitgeteilt wurde.“

Gerade dies ist für Seiler unverständlich. „Ich hab’ das nur durch Dritte erfahren“, sagte er gestern auf Tagblatt-Nachfrage. Das sei typisch für die Marktgemeinde. Deshalb war er auch nicht zur Sitzung erschienen. Dort äußerten Ebert, die Experten des Ffe, Bürgermeister Thomas Schmid (CSB) und zahlreiche Gemeinderäte ausdrücklich den Wunsch, dass Seiler dem Projekt weiterhin mit seinem Sachverstand zur Seite steht.

Für den Professor kommt das aber nicht in Frage. „Unter diesen Umständen anzunehmen, dass ich als ,Wissenschaftlicher Begleiter‘ weiterhin in diesem Vorhaben tätig sein werde, ist schon sehr verwegen.“

Weiter gebracht hat der Gemeinderat in der Sitzung schließlich das Projekt „e-Gap“. Die Mitglieder votierten einstimmig für die Errichtung eines Zentrums für E-Mobilität als Teilkompetenz des Zentrums für Sport, Gesundheit und Technologie. Es wird mit der Umsetzung und Koordination beauftragt. Für die finanzielle Unterstützung sieht der Markt unter Berücksichtigung einer 50-prozentigen Förderung folgende Maximalbeträge vor: 88 500 Euro im kommenden Jahr, 100 500 Euro 2013 und 110 000 dann 2014. Zudem wird für diese Zeit ein Umwelt-Ingenieur eingestellt. Die Personalkosten von 65 000 Euro jährlich bezuschusst das Wirtschaftsministerium zu 75 Prozent. (jpa)

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