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Enttäuschung im Landkreis

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Sprengarbeiten im Nordportal des Kramer-Erkundungsstollens. Wann das Geld für den Haupttunnel bereitsteht, ist weiter unklar. foto: sehr
Sprengarbeiten im Nordportal des Kramer-Erkundungsstollens. Wann das Geld für den Haupttunnel bereitsteht, ist weiter unklar. foto: sehr

Landkreis - Minister Ramsauer (CSU) verteilt eine zusätzliche Milliarde für Verkehrsprojekte: Kramertunnel, Oberau und Saulgrub werden dabei aber nicht bedacht.

Auf ein Geschenk zu hoffen, und es dann nicht zu bekommen, ist kein schönes Gefühl. Daran wurden in dieser Woche gleich drei Bürgermeister im Landkreis erinnert. Denn weder Rupert Speer, noch Peter Imminger oder Thomas Schmid können sich über ein Präsent von Peter Ramsauer freuen. Der Bundesminister verschenkt derzeit eine Milliarde Euro für Verkehrsprojekte. Auf seiner Vergabeliste, die jetzt öffentlich ist, fehlen jedoch der Kramertunnel und die dringend benötigten Ortsumfahrungen von Saulgrub und Oberau. Das einzige Projekt im Landkreis ist die Renovierung einer Brücke.

„Das ist natürlich schade“, sagt Speer zur Liste des Verkehrsministeriums. „Würden wir draufstehen, wären unsere Probleme gelöst.“ Nun bleibt unklar, wann der zweite, 16 Millionen Euro teure Abschnitt der Ortsumfahrung realisiert wird. Ähnlich geht es Peter Imminger in Oberau. Nachdem für die Bauvorbereitungen bereits knapp zehn Millionen Euro ausgegeben wurden, fehlen nun die Mittel für die eigentliche Umgehungstrasse. Benötigt werden 140 Millionen Euro. „Enttäuscht bin ich irgendwo schon“, sagt der Bürgermeister. Besonders deshalb, weil es in der Vergangenheit immer geheißen habe, dass die Umfahrung zu den wichtigsten Projekten gehöre - zusammen mit der Garmischer Ortsumgehung. Doch auch für den Bau des Kramertunnels hat der Bundesverkehrsminister kein Geld übrig. „Das enttäuscht uns zwar, kam aber nicht überraschend“, sagt Florian Nöbauer, Sprecher des Garmisch-Partenkirchner Rathauses. Schließlich gehe es in Ramsauers Liste überwiegend um „Erhaltungsmaßnahmen“, die schon in den nächsten zwei Jahren umgesetzt werden sollen.

Eine solche ist das „Bauwerk 68“ auf der A 95. Wie Nadine Lewandowski von der Autobahndirektion Südbayern verrät, handelt es sich dabei um die Brücke an der Anschlussstelle Murnau. „Das Bauwerk ist in schlechtem Zustand“, sagt die Sprecherin. Deshalb wird es in zwei Schritten komplett abgebrochen und erneuert. Geschehen soll dies im Spätsommer dieses Jahres sowie zwischen Frühjahr und Herbst 2013 - Verkehrsbehinderungen in der Ferienzeit wohl inklusive. Der Bund stellt dafür zweimal zwei Millionen Euro zur Verfügung. „Es war schon länger bekannt“, dass etwas an dem Bauwerk gemacht werden müsse, erklärt Lewandowski. Deshalb kommt für sie die Förderung nicht gerade überraschend.

„Das Bundesverkehrsministerium wird schon wissen, was wichtig ist“, sagt Imminger mit einem gewissen Unterton. Er hat sich genauso wie Rupert Speer vorgenommen, Druck zu machen und Kontakt mit dem CSU-Generalsekretär Alexander Dobrindt aufzunehmen. Garmisch-Partenkirchens Bürgermeister Schmid will weiter mit der Initiative „2 Tunnel“ für sein Projekt trommeln.

Der Kramertunnel, für den noch 108 Millionen Euro benötigt werden, findet sich wie Oberau und Saulgrub im „Investitionsrahmenplan“ der Regierung als Projekt mit Priorität. „Das ist zwar nicht schlecht“, sagt Imminger, „aber dabei geht es ja nur um einen Entwurf.“ Die Finanzierung bleibt weiter ungewiss.

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