Eschenlohe erteilt Kreisntwicklungsgesellschaft Absage

Landkreis - Eschenlohe sagt "Nein" zur Kreisentwicklunsggesellschaft. Die Gemeindevertreter betrachten das Projekt für ihren Ort als rausgeschmissenes Geld.

Das Votum fiel deutlich aus: Mit zehn zu eins Stimmen sprach sich der Eschenloher Gemeinderat gegen eine Mitwirkung an der geplanten Kreisentwicklungsgesellschaft aus. Lediglich Rathauschef Anton Kölbl (CSU) stimmte einer Beteiligung zu. Mit seinem „Nein“ steht der Loisach-Ort bis dato im Landkreis allein auf weiter Flur. „Bisher haben wir nur Zusagen“, sagt Wolfgang Olexiuk, Sprecher des Landratsamts. Allerdings fehlten noch fünf bis sechs Meldungen aus den insgesamt 22 Kommunen.

Der Eschenloher Gemeinderat Gottfried Schretter (Freie Wähler) betonte, dass der Ort über eine gute Infrastruktur verfüge. Er verwies auf die Autobahn, die Bundesstraße 2 und das Gewerbegebiet. „Wir sind eigentlich sehr gut aufgestellt.“ Um den Fremdenverkehr müsse sich die Gemeinde selber kümmern, fand Schretter. Eine Beteiligung an der GmbH wäre nach seinem Dafürhalten „rausgeschmissenes Geld“.

Auch seine Fraktionskollegin Brigitte Mangold-Rößler fragte, was für Eschenlohe bei der ganzen Sache eigentlich herausspringe. Christine Mangold (CSU) vertrat derweil die Ansicht, dass die GmbH lediglich den größeren Gemeinden wie Garmisch-Partenkirchen und Murnau helfe. Zudem wies sie darauf hin, dass Eschenlohe, auch wenn der Ort selbst nicht mitmache, über die Kreisumlage etwas zur GmbH beitrage.

„Der Landkreis muss versuchen, Eschenlohe noch ins Boot zu holen“, betonte gestern Vizelandrat Speer. Aus seiner Sicht wäre es wichtig, dass alle Kommunen mitmachen. Für ihn steht fest: „Wenn wir den Landkreis nach vorne bringen wollen, brauchen wir die Entwicklungsgesellschaft. Wir wissen ja alle, wie der Kreis wirtschaftlich da steht.“ Riegsees Bürgermeister Franz Höcker erklärte, dass sicher Skepsis angebracht sei. Es habe sich aber gezeigt, „dass dringender Handlungsbedarf besteht“, so der Kreisvorsitzende des Bayerischen Gemeindetags.

Nach Olexiuks Auskunft hat das „Nein“ keine Bedeutung für die Gründung der GmbH. Was mit dem für Eschenlohe geplanten Anteil geschehen soll, ist offen: „Es ist noch nicht ausdiskutiert, ob den verbleibenden Teil der Landkreis oder die restlichen Gemeinden übernehmen.“ Ein Termin für die Gründung der GmbH steht noch nicht fest. Murnau stimmte am Donnerstag zwar für eine Beteiligung, jedoch unter massiven Vorbehalten.

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