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Ex-Apostel träumt vom Maximilianeum

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Dr. Korbinian Freier
hat sich seine Kandidatur „reiflich überlegt“. Foto: hut
Dr. Korbinian Freier hat sich seine Kandidatur „reiflich überlegt“. Foto: hut

Oberammergau - Kampfabstimmung bei den Grünen: Zwei Kandidaten - Dr. Korbinian Freier aus Oberammergau und Alfred Honisch aus Weilheim - stehen zur Wahl, beide wollen 2013 ins Maximilianeum einziehen.

Während seines Studiums an der Uni Bayreuth schrieb er in sein Profil in der dort erscheinenden Studentenzeitung: „Mein Traum ist es, irgendwann die Welt zu retten, genau wie James Bond, nur perfekter.“ Diese Stufe mag Korbinian Freier, der vergangenes Jahr seinen Doktor in Umweltmodellierung machte und sich nun mit dem Zusatz „Dr.“ schmücken darf, noch nicht erreicht haben, doch von Ehrgeiz beseelt war der Diplom-Geoökologe aus Oberammergau schon immer. Nun strebt der 32-Jährige auch politisch nach Höherem: Der Sprecher von Bündnis90/Die Grünen im Landkreis will den Sprung in den Bayerischen Landtag schaffen.

Eine erste Hürde auf diesem Weg hat Freier am heutigen Montag zu nehmen: Die Kreisverbände Garmisch-Partenkirchen und Weilheim-Schongau bestimmen im Rahmen einer Aufstellungsversammlung im Restaurant Da Noi in Murnau (Beginn 19.30 Uhr) ihren Kandidaten für die Landtagswahl 2013. Der Oberammergauer stellt sich, doch er hat einen Mitbewerber: Alfred Honisch. Der 59-jährige Lehrer gilt als einer der versiertesten Grünen-Politiker im Landkreis Weilheim-Schongau. Er ist ein alter Hase in der Kommunalpolitik und verfügt über viel Erfahrung als Stadtrat in Weilheim sowie als Kreisrat.

Es wird also zu einer Kampfabstimmung heute Abend kommen. Freier nennt Honisch einen „starken Kandidaten“, gegen den es sicher schwer werde, sich durchzusetzen: „Jeder Bewerber darf sich und seine Position in zehn Minuten vorstellen. Ich muss halt versuchen, die Mitglieder zu überzeugen.“ Rein theoretisch könnte auch noch ein dritter Kandidat seinen Hut in den Ring werfen, als Direktkandidat für den Stimmkreis 130 Weilheim-Schongau. Es werde aber laut Freier „so und so spannend werden“.

Mit dem Gedanken, diesen Schritt zu wagen und für den Landtag zu kandidieren, spielt Freier schon seit einiger Zeit - jetzt, wo die Weichen privat wie beruflich gestellt sind. Der 32-Jährige hat vergangenes Jahr geheiratet, vor zwei Monaten kam sein Sohn Jago zur Welt und auch der Umbau seines Hauses in Oberammergau ist soweit abgeschlossen. Arbeitstechnisch hat es den Ammergauer, der übrigens bei der Passion 2010 einen Apostel Jesu spielte, an das Landesamt für Umwelt nach Augsburg verschlagen.

Sich an das Haifischbecken Politik heranzuwagen, hat sich der junge Familienvater nach eigener Aussage „gut überlegt“: Er sieht derzeit eine gute Chance, einzusteigen. Zum einen deswegen, weil sich Renate Dodell (CSU) zurückgezogen habe, und zum anderen, weil er glaubt, durch den Widerstand gegen Olympia einen gewissen Bekanntheitsgrad im Oberland zu haben. Erkundigt hat sich der Kandidat über die Arbeit im Landtag auch bei früheren Abgeordneten wie Tessy Lödermann (Grüne) und Johann Neumeier (CSU). Die Chancen, als Direktkandidat der Grünen den Sprung ins Maximilianeum zu schaffen, bewertet Freier aktuell als „nicht so schlecht“. Aber dies sei Zukunftsmusik: „Erst einmal muss ich das Vertrauen der Mitglieder gewinnen.“ (hut)

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