Festnahme im Mordfall Peggy

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Das Gebäude brannte lichterloh.

Denkmalgeschütztes Bauernhaus

Feuer in Farchant: Polizei vermutet Brandstiftung

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Farchant - Lichterloh gebrannt hat am Samstagfrüh ein denkmalgeschütztes Bauernhaus in Farchant Gut 200 Feuerwehrleute verhinderten, dass die Flammen auf die umliegenden Gebäude übergriffen.

Wie es zu dem Unglück kommen konnte, steht noch nicht fest, die Polizei geht aber von Brandstiftung aus.

Die Spuren sind gesichert. Das Haus am Gernweg, das am frühen Samstagmorgen bis auf seine Grundmauern abgebrannt ist, liegt mittlerweile in Trümmern. „Nachdem die Dachkonstruktion nicht mehr stabil war, wurde es nach Absprache mit der Polizei und einem Statiker kontrolliert zum Einsturz gebracht“, erklärt Bürgermeister Martin Wohlketzetter. Durch den Großbrand – nach dem Unglück an Allerheiligen 2007 der zweite, der sein Dorf heimgesucht hat – sei nun ein weiteres Stück historisches Farchant zerstört worden. Die Polizei, die in Richtung Brandstiftung ermittelt, schätzt den Schaden auf 100 000 Euro.

„Wichtig ist vor allem, dass niemandem etwas passiert ist“, betont Wohlketzetter, der dafür gesorgt hat, dass die 20 Evakuierten im Rathaus versorgt wurden. Dem engagierten Eingreifen der Feuerwehren aus Farchant, Partenkirchen, Garmisch und Oberau, die mit gut 200 Einsatzkräften und 30 Fahrzeugen vor Ort waren, sei es zudem zu verdanken, dass die umliegenden Häuser verschont wurden. Nachdem das Bauernhaus innerhalb kürzester Zeit voll in Flammen stand, galt das Hauptaugenmerk der Wehren, die um 3.27 Uhr alarmiert wurden, dem Abschirmen der Nachbargebäude. „Dafür haben wir Wasser genutzt und erst gegen 6 Uhr auf Schaum umgestellt“, erklärt der Farchanter Kommandant Thomas Joner. Die Zusammenarbeit zwischen Feuerwehr, Polizei und den Kräften des Bayerischen Roten Kreuzes sowie des Technischen Hilfswerks nennt er hervorragend.

„In so einem Fall sieht man, wie wichtig es ist, eine gut ausgerüstete und gut ausgebildete Feuerwehr zu haben“, betont Kreisbrandrat Hannes Eitzenberger, der Joner bei der Einsatzleitung unterstützte. Die Kameraden hätten das Feuer gut eine halbe Stunde nach dem Alarm in Griff gehabt, bis aber die letzten Glutnester gelöscht und die Gebäude-Fragmente von einer Spezialfirma abgerissen waren, dauerte es bis etwa 14 Uhr.

Brand in Farchant: 19 Menschen evakuiert

Brand in Farchant: 19 Menschen evakuiert

Um diese Zeit waren die evakuierten Nachbarn wieder in ihren Häusern, und auch die Gäste des Hotel-Gasthofs Kirchmayer konnten wieder in ihre Zimmer. Die zwölf Urlauber, darunter zwei Familien aus Brasilien mit vier kleinen Kindern, hatte Besitzerin Marianne Böhmer zuvor in Sicherheit gebracht. Sie war bis 2.30 Uhr in ihrem Büro gewesen, hatte dann noch ferngesehen und war von ihrer Tochter, die durch ein lautes Geräusch aus dem Schlaf gerissen worden war, alarmiert worden. „Nach dem ersten Schreck handelt man ganz automatisch“, erklärt sie. Auch sie ist ausgesprochen erleichtert, dass keine Menschen verletzt wurden. Die Schäden an ihrem Haus und an den Autos, die durch die Hitze völlig zerstört wurden, seien im Vergleich dazu weniger schlimm.

Wer für das Unglück verantwortlich ist, beschäftigt jetzt die Kriminalpolizei. Aufgrund der sicher gestellten Spuren „wird in Richtung Brandstiftung ermittelt“, sagt Jürgen Thalmeier, Sprecher des Polizeipräsidiums Oberbayern Süd. Wem zwischen 3 und 3.30 Uhr am Samstag Personen oder Fahrzeuge aufgefallen sind, der erreicht die Beamten unter 0 88 21/91 70.

Tanja Brinkmann

Hier wird die Brandruine von Farchant abgetragen

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Hier

 gibt es ein Video des Brandes zu sehen.

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