Endlich dürfen sie mit ihrem Boot trainieren: die Retter der Freiwilligen Feuerwehr Seehausen. Foto: Feuerwehr Seehausen

(Fast) freie Fahrt fürs Luftkissenboot

Seehausen - Die Seehauser Feuerwehr kann aufatmen. Endlich dürfen die ehrenamtlichen Hilfskräfte mit ihrem Luftkissenboot die Übungen abhalten, auf deren Erlaubnis sie lange gewartet haben.

Bis 28. Februar sind zehn Fahrten à eineinhalb Stunden auf dem Staffelsee erlaubt. Nach einem einjährigen Hin und Her hat das Landratsamt nun diesen - allerdings eingeschränkten - Bescheid erteilt. Bereits im Herbst 2007 war das Boot erworben worden. In Folge durften die Feuerwehrler jedoch nur in Notfällen Rettungseinsätze fahren, dafür notwendige Übungsfahrten aber nicht absolvieren. Der erste Antrag dafür war bereits im Dezember 2007 gestellt worden. „Dieser wurde auch sofort behandelt, doch es kam immer wieder zu Einsprüchen seitens von Trägern öffentlicher Belange. Immer wieder haben sich die Beteiligten in den Folgemonaten an den Tisch gesetzt, die Ergebnisse wurden dann eingearbeitet, die Entwürfe wieder verteilt, dann kamen neue Einwände und wieder hat man sich zusammengesetzt“, erklärt Wolfgang Olexiuk, Pressesprecher im Landratsamt. Wert legt er darauf zu betonen, dass die Verzögerungen nicht seitens des Amtes zustande gekommen waren. Vor allem die Fischereigenossenschaft Staffelsee sowie der Naturschutz hatten massive Bedenken gegen die Übungsfahrten geäußerst. Die Sorgen drehten und drehen sich immer noch darum, dass die Tiere durch den Bootslärm in ihrer Winterruhe gestört und aufgescheucht werden könnten und dann keine Nahrung fänden, erklärt Gerhard Meyer von der Fischereigenossenschaft. Ziel der Gespräche im Landratsamt war es, einen Kompromiss zu finden. Derzeit werde geklärt, ob in Zukunft auch andere Gewässer im Landkreis Garmisch-Partenkirchen für Übungsfahrten in Frage kommen, erklärt Olexiuk. Er geht davon aus, dass bis Ende Februar der endgültige Bescheid auf dem Tisch liegen wird. Während der Jahresversammlung der Feuerwehr Seehausen Anfang Januar war großer Unmut über die Dauer des Genehmigungsverfahrens laut geworden. Kreisbrandrat Johann Eitzenberger übernahm die Vermittlungsgespräche. „Jetzt bin ich froh, dass diese Genehmigung vorliegt, insbesondere wegen der derzeit hohen Gefahrenlage auf unseren Seen. Der Bescheid war unbedingt erforderlich, damit die Bootsführer eine notwendige Grundausbildung zum Führen des Gerätes erhalten können. Mir ist die Einsatzbereitschaft das Wichtigste, insbesondere wenn man ein solches Rettungsmittel hat, dann muss es auch rechtmäßig eingesetzt werden dürfen.“ Dass die unbefristete Genehmigung bis Ende Februar kommen wird, ist sich Eitzenberger sicher. Außerdem geht er davon aus, dass „mit zehn Übungsfahrten pro Jahr der notwendige Ausbildungsstand erreicht werden kann; bevorzugt auf dem Staffelsee, weil das Boot da nun einmal schon liegt.“ Seehausens Feuerwehrkommandant Andreas Kern ist laut Eitzenberger schon am Einteilen der Bootsführer für die Übungsfahrten. Diese sollen so bald wie möglich aufgenommen werden. Für Seehausens Bürgermeister Markus Hörmann (CSU) hingegen ist der vorläufige Bescheid wenig erfreulich. „Das ist keine dauerhafte Lösung. Zum einen, weil die zehn Fahrten in dieser Zeit wahrscheinlich nicht zu bewältigen sind und zum anderen, weil immer noch kein endgültiger Bescheid vorliegt. Die Feuerwehr muss im Sinne einer zuverlässigen Rettung voll ausbildet sein. Jetzt harren wir halt immer noch der Dinge.“

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