Imposantes Feuerspektakel: Am Vorabend des Geburtstages von König Ludwig II brennt’s wieder am Kofel. Foto: Starosczik

Feuer und Flamme für den König

Oberammergau - Ein Feuerspektakel zum Geburtstag: Die ersten Männer sind bereits auf den Bergen, damit am Montagabend die Ludwigsfeuer zu Ehren des Märchenkönigs in Oberammergau leuchten.

Wenn es am Montagabend dunkel wird im Ammertal, zieht es ein ganzes Dorf nach draußen auf die Straßen. Die Oberammergauer richten den Blick nach oben und warten auf drei Leuchtkugeln am Nachthimmel. Sie eröffnen gemeinsam mit Böllerschüssen am Kofel das traditionelle Ludwigsfeuer. Kurz darauf erstrahlen dann sieben brennende Symbole auf den Bergen rund um den Ort.

Mit dieser Zeremonie gedenken die Oberammergauer dem Geburtstag von König Ludwig II (geboren am 25. August 1845 auf Schloss Nymphenburg). Der besuchte 1871 die Passionsspiele und schenkte dem Ort ein Jahr später die Kreuzigungsgruppe, die am Osterbichl steht. Zwei Jahre nach dem Tod des Märchenkönigs entzündeten die Bürger 1888 erstmals ihm zu Ehren ein Bergfeuer auf dem Kofelflecken. Diese Tradition wurde 121 Jahre lang – bis heute – erhalten. „Das gehört für uns zum Jahresablauf“, sagt Martin Norz, Ansprechpartner bei der Gemeindeverwaltung Oberammergau, die die Feuermacher unterstützt. Die Vorbereitungen seien soweit abgeschlossen.

Für die einen mehr, für die anderen weniger. Denn während die 28 Männer, die ein großes Kreuz am Kofelflecken abbrennen, schon eine „Mordsarbeit“, wie Feuermacher Herbert Köpf es nennt, hinter sich haben, steht für „die Kronerer“ das meiste noch bevor. „Wir müssen gleich um acht Uhr in der Früh als Erstes auf den Berg“, erzählt Gruppenchef Manfred Bauer. Da der Gipfel stark besucht sei, könnten sie die 14 Meter hohe Krone erst am Tag selbst aufbauen. Dazu werden 15 Fichtenstämme genau nach Plan, der „seit dem ersten Aufstellen der Krone 1946 von Generation zu Generation überliefert wurde“, zusammengenagelt. Nach dem Entzünden richten die 14 Männer das Feuerbild mit Schubstangen auf.

Neben dem königlichen Symbol auf dem Gipfel und dem Kreuz am Kofelflecken erstrahlen ein L und eine römische II „Im Wiesmahd“, sowie ein weiteres Kreuz am Laberköpferl und Laber. Zudem brennen zwei große Holzfeuer am Rappenkopf und am Aufacker. Und wie es zu einer richtigen „Geburtstagsfeier“ gehört, darf auch die Musik nicht fehlen. Die Blechbläser der Oberammergauer Musikkapelle spielen unter anderem die Bayernhymne an der Kofelwand.

Wenn die Lichter erloschen sind, treffen sich die insgesamt 85 Feuermacher der verschiedenen Gruppen am Sportplatz und ziehen durch den Ort. Der Abschluss findet im Gasthof Zur Rose statt. Doch nach der Brotzeit und zwei Maß, die die Gemeinde für alle Helfer spendiert, ist für einige Schluss. „Wir müssen früh ins Bett“, sagt Bauer etwas wehmütig. Denn bereits um 7 Uhr stehen die Männer am nächsten Tag wieder auf dem Kofel, um den Gipfel wieder „picobello aufzuräumen“. (nine)

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