"Feuerteufel" muss ins Gefängnis

Mittenwald - Der sogenannte "Feuerteufel" aus Mittenwald muss wegen schwerer Brandstiftung für dreieinhalb Jahre ins Gefängnis.

So lautet das Urteil, dass das Landgericht München II unter dem Vorsitz von Richter Hans Jochen Hintersaß gestern Nachmittag sprach. Mit dieser Entscheidung folgte er der Forderung des Staatsanwalts.

Warum der 49-jährige Heizungs- und Lüftungsbauer den "Jägerhof" in Bad Tölz anzündete, wurde auch am zweiten und letzten Verhandlungstag nicht klar. Er gestand die Tat zwar ein, wisse aber nicht, was ihn getrieben habe. Das wollte die Staatsanwaltschaft nicht glauben. Sie ging davon aus, der Angeklagte wollte mangelhafte Arbeit vertuschen (wir berichteten). Der Angeklagte hatte in dem Einfamilienhaus zuvor die Heizungsanlage erneuert. Danach gab es Ärger, und es kam zu einem Prozess. Ein Gutachter sollte klären, ob die Arbeiten sachgerecht ausgeführt worden waren. Bevor dieser aber überhaupt das Werk des Mittenwalders begutachten konnte, ging es in Flammen auf. Es entstand Sachschaden in Höhe von rund 300 000 Euro.

Die drei Brandherde waren nach Untersuchungen eines Sachverständigen in der Nähe der Heizungsanlage oder anderen Arbeiten des Angeklagten platziert worden. Auch davon wollte der Isartaler nichts mehr wissen. Eine Erinnerungslücke sei wenig nachvollziehbar, so zielgerichtet wie der Handwerker vorgegangen sei, meinte der Staatsanwalt in seinem Plädoyer.

Die Version der Staatsanwaltschaft unterstützte auch der Richter. Der Angeklagte sei wütend darüber gewesen, dass es im Anschluss an die Bauarbeiten zu Ärger gekommen sei, mutmaßte Hintersaß bei der Urteilsbegründung. Und so habe er eine schwere Straftat begangen, "hoch gefährlich", betonte Hintersaß. Es hätte auch das ganze Haus abbrennen können.

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