Feuerwehrmann durch und durch: Kommandant Herbert Maurus mit dem Modell der alten Drehleiter vom Typ „Mercedes Benz 319“, das die Firma „Schuco Classic“ vor einigen Jahren detailgetreu nachgebildet hat. Hinten das Original. Foto: Archiv herpen

Feuerwehr: Maurus will Kommando abgeben

Murnau - Murnaus Feuerwehr-Kommandant Herbert Maurus will bei der nächsten Wahl im Dezember nicht mehr kandidieren. Für die Nachfolge gibt es angeblich bereits mehrere Interessenten.

Herbert Maurus ist eine Institution bei der Freiwilligen Feuerwehr Murnau: Seit 18 Jahren ist der selbstständige Fernsehtechniker als Erster Kommandant für die Truppe verantwortlich, die derzeit über rund 80 Aktive verfügt. Doch heuer im Dezember soll damit Schluss sein: Maurus will sich bei der Neuwahl des Kommandanten nicht mehr zur Verfügung stellen. „18 Jahre sind genug. Jetzt sollen die Jüngeren mit neuen Ideen nachkommen“, erklärt der 52-Jährige, der seinen Entschluss kürzlich erstmals öffentlich auf einer Versammlung in Eschenlohe bekannt gab.

Bei seiner Entscheidung hätten auch die wachsenden Aufgaben als Kreisbrandmeister eine Rolle gespielt, sagt Maurus. In dieser Funktion ist er für die Murnauer Region zuständig. Maurus kümmert sich zum Beispiel um die Ausbildung, die Anliegen der Ortsfeuerwehren und die Einführung des Digital-Funks. „Dieser soll ab 2013 funktionieren“, erklärt der Fachmann. „Mir wird es nicht langweilig“, lacht Maurus.

Hinter den Kulissen wird bereits an einer Nachfolge-Regelung gefeilt. Angeblich haben gleich mehrere Feuerwehrler Interesse an der Führungsposition angemeldet. Ein Anwärter, den viele in der Favoritenrolle sehen, ist der bisherige Zweite Kommandant Michael Hosp (46). „Ich stelle mich zur Wahl“, erklärt er. Es ist nicht das erste Mal, dass Hosp ein Auge auf den Kommandanten-Posten geworfen hat. Der Architekt und CSU-Gemeinderat wollte bereits bei der vergangenen Wahl vor sechs Jahren an die Spitze, trat gegen Maurus an und unterlag. Das Votum sorgte damals für Aufsehen, da beide Bewerber gleich viele Stimmen erzielten und schließlich ein Münzwurf entscheiden musste. Hosp fühlt sich gut gerüstet, die Verantwortung zu übernehmen: „Ich habe mir als Zweiter Kommandant viel Erfahrung angeeignet.“

Reich wird man als Murnaus oberster Feuerwehrmann übrigens nicht. Es handelt sich um ein Ehrenamt, für das es nur eine monatliche Aufwandsentschädigung gibt, die laut Maurus „im dreistelligen Bereich“ liegt. Demgegenüber steht ein gewaltiger Einsatz an Freizeit. Der Murnauer schätzt, dass er im Schnitt jährlich 150-mal ausrückt. Hinzu kämen Zusatzaufgaben wie etwa Brandschutzbegehungen. „Feuerwehr ist mein Leben“, sagt er. Maurus kann sich noch gut an die vielen, schweren Einsätze erinnern, bei denen er als Erster Kommandant vor Ort war - als Eschenlohe im Hochwasser versank, die alte Seidlvilla Oberried 2 brannte oder im Murnauer Lindenthal in einem Lager Gasflaschen explodierten, um nur einige Beispiele zu nennen.

Der Fernsehtechniker bleibt natürlich der Murnauer Rettungsorganisation erhalten. Maurus, der 1975 zur Feuerwehr kam, will weiterhin bei den Einsätzen mitanpacken. Die hätten in den vergangenen Jahren nicht nur zugenommen, sondern seien auch vielfältiger geworden. Längst gehe es nicht nur darum, Brände zu löschen. Die Palette reiche von technischen Hilfeleistungen bei Verkehrsunfällen bis hin zur „Rettung“ von entflohenen Haustieren. „Die Feuerwehr ist heute Mädchen für alles“, sagt Maurus. (as)

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