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Kraft und Technik sind entscheidend: Thomas Post (r.) aus Mittenwald schafft in seiner Altersklasse (14 und 15 Jahre) einen hervorragenden vierten Platz.
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Zum Hakeln ist er noch zu jung, als Plattler überzeugt der vierjährige Michael Grasegger aber schon sein Publikum.
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Kraft und Technik waren entscheidend: Über 300 Besucher kamen zu den 42. Bayerischen Schülermeisterschaften im Fingerhakeln in die Tiefstollenhalle nach Peißenberg.
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Kraft und Technik waren entscheidend: Über 300 Besucher kamen zu den 42. Bayerischen Schülermeisterschaften im Fingerhakeln in die Tiefstollenhalle nach Peißenberg.
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Kraft und Technik waren entscheidend: Über 300 Besucher kamen zu den 42. Bayerischen Schülermeisterschaften im Fingerhakeln in die Tiefstollenhalle nach Peißenberg.
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Kraft und Technik waren entscheidend: Über 300 Besucher kamen zu den 42. Bayerischen Schülermeisterschaften im Fingerhakeln in die Tiefstollenhalle nach Peißenberg.
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Kraft und Technik waren entscheidend: Über 300 Besucher kamen zu den 42. Bayerischen Schülermeisterschaften im Fingerhakeln in die Tiefstollenhalle nach Peißenberg.
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Kraft und Technik waren entscheidend: Über 300 Besucher kamen zu den 42. Bayerischen Schülermeisterschaften im Fingerhakeln in die Tiefstollenhalle nach Peißenberg.

Gute Ergebnisse für Buben vom Gau Werdenfels

„Wir machen aus Kindern Männer“

Kraft und Technik waren entscheidend: 120 Buben sind bei der Schülermeisterschaft im Fingerhakeln in Peißenberg gegeneinander angetreten.

Landkreis –Irgendwie tut es schon beim Hinschauen weh, wenn die Akteure ihren Mittelfinger in den Lederriemen einhaken und auf Zug gehen. Aber das, was sich bei der 42. Bayerischen Schülermeisterschaft im Fingerhakeln abspielte, war spannend, spektakulär – und echter Sport. „Mit Wirtshausgaudi hat das nicht mehr viel zu tun“, sagt Wettkampfvorsitzender Hans Lidl: „Untrainiert braucht sich niemand mehr an den Haklertisch zu setzen.“

Das bestätigt auch Michael Grasegger. „Ein- bis zweimal pro Woche treffen sich die Kinder und Jugendlichen zum Training“, erklärt der Vorsitzende des Fingerhakler-Gaus Werdenfels, zu dem die Vereine Farchant, Garmisch-Ohlstadt, Mittenwald und Partenkirchen gehören. Auf das, was seine Schützlinge in Peißenberg erreicht haben, ist er sichtlich stolz. Mit einem zweiten Platz, zwei dritten und etlichen Plätzen unter den Top-Zehn kann man aber auch zufrieden sein.

„Das war ein bäriger Wettkampf“, unterstreicht Grasegger.

Zum Hakeln ist er noch zu jung, als Plattler überzeugt der vierjährige Michael Grasegger aber schon sein Publikum.

Wie professionell es mittlerweile selbst beim Hakler-Nachwuchs zugeht, zeigt sich bereits vor Beginn der fünf Altersklassenwettkämpfe. Selbst die Kleinsten trimmen ihre Finger mit Expandern und reiben sich die Hände mit Magnesiumpulver ein. Auch für den siebenjährigen Vitus Goth wird es langsam ernst. Er trägt ein grünes T-Shirt mit der Aufschrift „I bin a Fingerhakler vom Ammergau“. Für den jungen Peißenberger ist es der erste Wettkampf – und die Premiere verläuft erfolgreich. Vitus wird auf Anhieb Dritter und scheitert erst nach hartem Kampf an Severin Reßler, dem späteren Sieger.

Insgesamt nehmen an der Meisterschaft in der Tiefstollenhalle knapp 120 Kinder und Jugendliche teil – darunter 32 aus dem Landkreis Garmisch-Partenkirchen. Mit Nachwuchssorgen haben die Fingerhakler nicht zu kämpfen. Das bestätigt auch Grasegger, der insbesondere das Engagement der Farchanter hervorhebt, aus deren Reihen die meisten aktiven Schüler kommen.

Das Duell „Mann“ gegen „Mann“ scheint auch die junge Generation zu faszinieren – und Fingerhakeln ist weit mehr als reiner Kraftsport. Severin Reßler zum Beispiel gewinnt die Schülerklasse 1 ohne Niederlage – und das, obwohl er vom Körperbau eher unscheinbar wirkt. Der Siebenjährige taucht bei seinen Kämpfen sofort unter der Tischkante ab, die Gegner müssen dann das Körpergewicht mitziehen. „Es braucht viel Technik, Schnelligkeit – und man darf nicht aufgeben“, sagt sein Onkel und Trainer Hans-Jörg Reßler.

Neben Körperbeherrschung und Schmerzresistenz müssen die Nachwuchshakler zudem jede Menge Mut aufbringen. Die Tiefstollenhalle ist mit Betreuern und Eltern proppenvoll. „Das ist nichts Alltägliches. Da muss man sich schon überwinden, wenn bis zu 300 Leute auf einen schauen“, betont Hubert Franz. Irgendwie ist das Hakeln für den Vorsitzenden der veranstaltenden Ammergau-Ortsgruppe „Peißenberg-Forst“ sowieso eine Art Lebensschule: „Wir machen aus Kindern Männer“, sagt Franz mit einem breiten Schmunzeln im Gesicht.

Weniger erfreut ist der Ortsgruppenchef darüber, dass in der Tiefstollenhalle überwiegend „nur“ Fachpublikum sitzt. „Externe Zuschauer“ anzulocken, gelingt in der Regel fast gar nicht. Die Fingerhakler haben mit Vorurteilen zu kämpfen: „Das ist schade. Dabei läuft das bei uns eben nicht so ab, wie in schlechten bayerischen Heimatfilmen“, sagt Franz. „Beim Fingerhakeln steckt viel dahinter. Jeder, der’s einmal gesehen hat, weiß das.“

Die Ergebnisse der Teilnehmer aus dem Gau Werdenfels:

bis 8 Jahre:7. Michael Reindl, 14. Hannes Hibler und 19. Simon Schnitzbauer (alle Farchant);

8 und 9 Jahre: 3. Leon Burkhardt (Farchant), 5. Alois Sprenzel (Garmisch-Ohlsdtadt), 7. Max Klöck (Farchant), 9. Maxi Albrecht (Mittenwald), 11. Martin Thurnhuber (Farchant), 13. Jakob Schandl (Mittenwald), 15. Fabian Rotter (Farchant), 16. Michi Doll (Farchant) und 20. Toni Utzschneider (Garmisch-Ohlstadt);

10 und 11 Jahre: 13. Lukas Rotter und 18. Kilian Raab (beide Farchant) ;

12 und 13 Jahre: 3. Quirin Schmid (Farchant), 7. Florian Ostler, 11. Christoph Mayr, 12. Martin Utzschneider, 14. Hannes Schretter, 15. Florian Sprenzel und 17. Toni Huber (alle Garmisch-Ohlstadt);

14 und 15 Jahre: 2. Klement Huber (Garmisch-Ohlstadt), 4. Thomas Post (Mittenwald), 5. Josef Ostler (Garmisch-Ohlstadt), 6. Luis Klöck (Farchant), 8. Vitus Utzschneider (Garmisch-Ohlstadt), 9. Johannes Hornsteiner (Partenkirchen), 11. Lorenz Ostler, 15. Simon Böhmer, 16. Benedikt Krötz (alle Farchant), 17. Denny Nennewitz (Garmisch-Ohlstadt) und 20. David Dreher (Partenkirchen);

Gauwertung:1. Ammergau (32 Punkte), 2. Auerberg (25), 3. Werdenfels (21), 4. Isargau (12), 5. Schlierachgau (6), 6. Altmühltal (5) und 7. Spessart (3).


Bernhard Jepsen & Tanja Brinkmann

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