Einsatz im Hochgebirge schwierig

Drohnen als fliegende Retter?

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Landkreis - Es ist ein neues Hilfsmittel bei Einsätzen: Die Bergwacht-Bereitschaften können eine Drohne bei den Kollegen in Penzberg ordern. 

Die Bilder gingen um die Welt: Das österreichische Ski-Ass Marcel Hirscher rast beim Weltcup-Slalom im italienischen Madonna di Campiglio im vergangenen Dezember gerade die Piste herunter, als plötzlich etwas vom Himmel fällt und auf dem Boden zerschellt. Eine Kamera-Drohne. Nur um Haaresbreite schrammt der Athlet an einer Katastrophe vorbei. Trotz dieses Zwischenfalls erfreuen sich die ferngesteuerten Fluggeräte immer größerer Popularität – und zwar nicht nur, weil sie schöne Fotos aus der Vogelperspektive ermöglichen. Drohnen können auch Leben retten. Mittlerweile setzen Bergwachten das sogenannte „Kleine fliegende System“ (KFS) bei Rettungsaktionen ein.

Eine davon ist die Bereitschaft Krün. Im Herbst 2014 zog sie das Gerät erstmals zur Hilfe. Bei einer Personensuche. Ein Wanderer war auf dem Weg zum Signalkopf in einem Bereich südlich des Stausees bis zur Auhütte verschwunden. „Wir haben nicht gewusst, wo er ist“, erinnert sich Bereitschaftsleiter Sebastian Baumann. Also forderte er in Penzberg eine Drohne an. Die Kollegen sind vor ein paar Jahren von der Bergwacht Bayern mit einem „Mikrokopter“ ausgestattet worden. Innerhalb einer halben Stunde trafen die Spezialisten in Krün ein und überflogen mit dem Gerät das Areal. Allerdings ohne Erfolg. Trotzdem nimmt Baumann die Technik in Schutz. „Es hat nur eine bestimmte Reichweite. Das Gebiet war einfach zu groß.“ Auch ein Hubschrauber komme in bestimmten Situationen an seine Grenzen.

Die missglückte Premiere mindert seine Begeisterung für das neue Hilfsmittel aber nicht. Baumann ist Drohnen-Fan. „Das war eine gute erste Erfahrung“, bestätigt er noch heute. „Ich würde es jederzeit wieder einsetzen.“

Bereitschaften denken nicht über Mikrokopter-Anschaffung nach

Die Mannschaften in Kochel und Benediktbeuern zum Beispiel kooperieren eng mit Penzberg und nutzen das KFS am Herzogstand und am Brauneck. Ausgerüstet ist dieses mit einer integrierten hochauflösenden Foto- und Filmkamera mit Zoom sowie einer Infrarotkamera für Wärmebilder. Zwei Bergwacht-Mitglieder braucht’s für die Bedienung des Geräts – einen, der die Kamera steuert, einen für die Drohne an sich. Geschulte Leute.

Deshalb beschäftigen sich die Krüner sowie die Bereitschaften aus Mittenwald und Garmisch-Partenkirchen nicht mit dem Gedanken, sich selbst einen etwa 12 000 Euro teuren Mikrokopter zuzulegen. Sie setzen auf die Kooperation mit den Penzbergern.

Drohne kann Hubschrauber nicht ersetzen

Außer Baumann hat bislang auch noch keiner seiner beiden Kollegen eine Drohne zum Einsatz geordert. Aus einfachem Grund: „Das ist sicher eine gute Sache“, sagt Mittenwalds Bereitschaftsleiter Karl-Heinz Pfeffer, „aber wegen der Sicht im Hochgebirge schwierig.“ Sein Pendant aus Garmisch-Partenkirchen, Andreas Dahlmeier, kann ihm nur zustimmen. „Die Möglichkeiten sind begrenzt.“ Denn im Falle eines Einsatzes sollte das KFS nicht weiter als 500 Meter vom Piloten entfernt sein. Als durchaus geeignet sieht es Pfeffer für Suchaktionen im Wald oder wenn es darum geht, zu eruieren, wo man in eine Schlucht einsteigt. Den Hubschrauber kann das Gerät seiner Meinung nach nicht ersetzen. „Dessen Wärmebildkamera sieht mehr als die Drohne“, urteilt er. „Das ist nicht vergleichbar.“

Offen lassen möchte er sich die Option aber dennoch, im Ernstfall Penzberg anzufunken. Genau wie Dahlmeier und Baumann. Denn alle drei vertreten den Standpunkt, dass die Drohne ein weiteres wichtiges technisches Hilfsmittel im Einsatz ist. Und eine Unterstützung, mit der man unter Umständen Leben retten kann. Eine solche lehnen sie mit Sicherheit nicht ab.

Rubriklistenbild: © AFP Symbolbild

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