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Hier wohnen bereits Flüchtlinge: im Ferienhaus Mittenwald am Weidenweg.

Unterkunftssuche: Druck auf Gemeinden wächst

Flüchtlings-Zahl steigt weiter

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Landkreis - Die Prognose der Regierung für 2016 hat sich geändert: Das Aufnahmesoll für den Landkreis wurde von 1400 auf bis zu 2400 nach oben korrigiert. 

Florian Hibler vergleicht die Flüchtlingssituation mit einem Schubkarren mit Kies. „Wenn man nichts ab-, sondern nur draufschaufelt“, sagt der Leiter des Ausländeramtes, „dann wird die Schubkarre immer voller.“ Die neue Prognose der Regierung von Oberbayern für den Landkreis Garmisch-Partenkirchen bestätigt ihn. Dieser zufolge könnte das Aufnahmesoll im Laufe des Jahres 2016 auf 2200 bis 2400 Flüchtlinge steigen. Bisher war noch die Rede von 1400 Migranten.

Bei der nach oben korrigierten Zahl handelt es sich allerdings lediglich um eine Schätzung, die laut Stephan Scharf unverbindlich sei und auch nur mündlich mitgeteilt wurde. Und für Überraschung sorgte die Nachricht sowieso nicht. „Dies war abzusehen, solange viele Asylanträge noch oder erst mit großer zeitlicher Verzögerung bearbeiten werden können“, verdeutlicht der Sprecher des Landratsamtes.

Doch auch, wenn man mit einer aktualisierten Prognose gerechnet hat, die Situation im Kreis macht sie nicht leichter. Zwar will Scharf nicht davon sprechen, dass dieser an seine Belastungsgrenze stößt. Aber: „Die Lage ist durchaus angespannt.“ Mehr Unterbringungsmöglichkeiten werden benötigt. Der Druck auf die Gemeinden wächst. Während manche davon, zum Beispiel Mittenwald oder Garmisch-Partenkirchen, bereits zwei Unterkünfte stellen und die Hauptlast tragen, nahmen andere Kommunen bis dato keine Flüchtlinge auf. Der Grund: Freie Kapazitäten fehlen. „Das Landratsamt führt mit allen Gespräche,“ betont Scharf. Allerdings gebe es in einigen Orten eben ein größeres Angebot als in anderen. Dennoch habe die Behörde im Auge zu behalten, dass die Anzahl von Asylbewerbern entsprechend der örtlichen Strukturen, in einem verkraftbaren Rahmen für den Markt oder die Gemeinde bleibe.

Im Hinblick auf die gestiegene Zahl dürfte sich die Lage nicht beruhigen. Im Gegenteil. Die Kommunen sind aufgefordert, sich intensiv um die Schaffung von Unterkünften zu bemühen. „Dies gilt insbesondere für die Gemeinden“, sagt Scharf, „die bislang noch keine haben.“ Das trifft zum Beispiel auf Farchant und Unterammergau zu.

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