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Landrat Speer: "Das kann sich3 schnell wieder ändern.“

Flüchtlingswelle ebbt ab

Landkreis - Die Situation hat sich entspannt: Seit vier Wochen gab es keine Zuweisungen von Flüchtlingen mehr. Derzeit sind 1182 davon im Landkreis.

Zur Amtsführung von Landrat Anton Speer (Freie Wähler) gehören regelmäßige Sachstandsberichte zu Brandthemen: Erst war dies die Vorbereitung zum G7-Gipfel in Elmau, nun ist es der Umgang mit der Flüchtlingskrise. Speers Worten nach hat sich die Situation derzeit etwas entspannt. „Seit vier Wochen gab es keine Zuweisungen mehr. Das kann sich aber schnell wieder ändern.“

Selbst die Zahlen für den Landkreis seien innerhalb weniger Tage überholt. Aktuell sind 246 Flüchtlinge im Abrams untergebracht. Die Nutzung der ehemaligen US-Liegenschaft als Erstaufnahme-Einrichtung ist mit der Regierung von Oberbayern für die Zeit bis Ende April erweitert worden. Nach wie vor werden dort aber nur bereits registrierte und untersuchte Asylsuchende aus der Bayernkaserne in München untergebracht. In den verschiedenen Unterkünften im gesamten Landkreis leben derzeit 1182 Menschen, die großteils aus Syrien und Afghanistan stammen. „Bis zum Jahresende sollen es 1700 bis 2300 sein“, gab Speer die Prognose der Regierung weiter. „Deshalb suchen wir mit Hochdruck nach neuen Unterkünften.“

Die bestehenden sind zur Zeit unter anderem wie folgt belegt: In Garmisch-Partenkirchen wohnen 386, in Grainau 75, in Bad Bayersoien 46, in Murnau 65, in Farchant 8, in Oberau 79, in Saulgrub 28, in Mittenwald 89, in Eschenlohe 20, in Ohlstadt 16 und in Bad Kohlgrub 102 Flüchtlinge. Unbegleitete Minderjährige gibt es 56. Speer zufolge wird sich die Gesamtzahl für den Landkreis bis Mitte März wohl auf 1350 erhöhen.

Weitere Neuigkeit: Im Kreisort soll zum ersten Juni eine neue Unterkunft ihre Pforten öffnen. „Garmisch-Partenkirchen trägt den Löwenanteil“, betonte der Landrat. Auch deshalb, weil im ehemaligen Patton-Hotel die Möglichkeit besteht, anerkannte Flüchtlinge unterzubringen. Formal seien dafür die Gemeinden zuständig, diese müssten jedoch Wohnungen bereitstellen. Wohnungen, die aber auch die Landkreis-Bürger brauchen. Durch die Patton-Lösung ist „der soziale Friede gewahrt“, meinte Speer.

Wenn anerkannte Flüchtlinge in Unterkünften für Asylbewerber bleiben, werden sie „Fehlbeleger“ genannt. Im Landkreis gebe es davon 20 – für Speer eine überschaubare Zahl. In Landshut seien es 530. „Der Landrat dort weiß nicht mehr, was er tun soll.“

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