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68 Hirsche erlegte der Forstbetrieb im Jahr 2013/2014 zu viel.

Nach Jagdskandal: 68 Hirsche zu viel geschossen

Forstbetrieb muss 10.000 Euro Strafe zahlen

Landkreis - 10.000 Euro muss der Forstbetrieb Oberammergau zahlen: für die 68 Hirsche, die die Staatsjäger zu viel geschossen hatten. Das Unternehmen legte Einspruch ein – und scheiterte.

Die Empörung war riesig unter Jägern und Tierschützern. „Das ist brutal, was da passiert“, empörte sich Willi Fleischhacker im November 2014. Als das Mitglied des Jagdbeirats, in dem der Privatjäger mit Revier in Oberau sitzt, die Abschusszahlen des Jahres 2013/2014 las, merkte er: „Hier kann etwas nicht stimmen“ – und deckte einen Skandal auf.

Der Forstbetrieb Oberammergau hatte 68 Hirsche der Klasse III – junge Tiere von ein bis zwei Jahren – mehr geschossen als erlaubt. Nun kassiert das staatliche Unternehmen dafür die Rechnung: 10 000 Euro muss der Betrieb um Leiter Meinhard Süß als Bußgeld zahlen. Dazu hat ihn das Landratsamt verdonnert, nachdem die Behörde ein Ordnungswidrigkeiten-Verfahren einleitete. Landratsamtssprecher Stephan Scharf bestätigt: „ Der Forstbetrieb hat die Summe vor knapp zwei Monaten bezahlt.“

Tätig war die Untere Jagdbehörde geworden, nachdem Süß und seine Mitarbeiter in den fünf Jahren zuvor den Abschussplan um weitere drei Mal überschritten hatte. Doch „damit ist der Fall erledigt, weitere Auflagen gibt’s nicht“, sagt Scharf.

Viel Verständnis scheint Süß, der für eine Stellungnahme nicht zu erreichen war, für diese Rüge nicht zu haben. Der Landratsamts-Sprecher bestätigt, dass das Unternehmen Einspruch gegen das Bußgeld einlegte – ohne Erfolg. Es blieb bei 10 000 Euro Strafe. „Die letzte Möglichkeit, vor Gericht zu gehen, wurde nicht genutzt“, betont Scharf.

Besonders pikant an diesem Fall: Nachdem der Forstbetrieb bereits im September 2013 die erlaubte Quote von 94 Hirschen der Klasse III erreicht hatte, schossen die Jäger munter weiter. Der Betrieb benatragte im Nachhinein die Tötung weiterer 66 Tiere beim Landratsamt – erfolglos. Selbst dann war nicht Schluss: Die Bilanz des Jagdjahres 2013/2014 zeigte 162 erlegte Hirsche dieser Kategorie. Nochmal zwei mehr als die 94 erlaubten und 66 nachbeantragten.

Janine Tokarski 

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