+
Ein Radfahrer ist auf der Straße unterwegs (Symbolbild).

Infrastruktur-Projekt

Lücke im Radschnellweg: Verzögerung wegen Naturschutz

Der Radschnellweg Garmisch-Partenkirchen-Murnau weist eine Lücke auf. Zudem kommt man an manchen Stellen nur schwer voran. 

Landkreis – Man schrieb das Jahr 2016. Damals stieß die Zugspitz Region GmbH ein Projekt an. Das Ziel war, die Radinfrastruktur zwischen Garmisch-Partenkirchen und Murnau zu verbessern.

Abschnitt Oberau-Eschenlohe fehlt

Inzwischen ist einiges passiert, doch der Radschnellweg harrt noch der Vollendung. Ein Abschnitt, der fehlt, ist die Strecke Oberau-Eschenlohe. In der Kreistagssitzung betonte Oberaus Rathauschef Peter Imminger (CSU), dass der Weg geteert werden könnte, wenn der Landkreis sein naturschutzrechtliches Okay gibt. Das Landratsamt widersprach auf Nachfrage: „Richtig ist, dass noch die Zustimmung der Regierung von Oberbayern als Höhere Naturschutzbehörde für eine Ausnahme vom Verbot, Auwaldflächen zu überbauen, fehlt“, teilte Geschäftsleiter Michael Kleißl mit. Die Kreisbehörde „drängt bei der Regierung auf baldige Entscheidung und hat auch schon Vorschläge für den naturschutzrechtlichen Ausgleich gemacht“.

Imminger: Landratsamt am Zug

Imminger sieht das Landratsamt „in der Pflicht, dafür zu sorgen, dass die Genehmigung herkommt“. Landrat Anton Speer (Freie Wähler) und Peter Strohwasser (Leiter Untere Naturschutzbehörde) „müssen sich drum kümmern“, findet der Oberauer Rathauschef. Denn ohne Genehmigung „macht Frau Heiß (Abteilungsleiterin Staatliches Bauamt; Anm. d. Red.) keinen Finger krumm“.

Durchgängig Asphalt klappte nicht

Der Abschnitt Oberau-Eschenlohe wird vom Staatlichen Bauamt übernommen. Ursprüngliches Ziel war, den Weg durchgängig zu asphaltieren. „Das ist aber nicht durchsetzbar“, sagte Sebastian Kramer, Geschäftsführer der Zugspitz Region GmbH, bei der das Projekt angesiedelt ist.

Rad saugt sich am Boden fest

Das Problem: An gewissen Stellen, die nicht asphaltiert sind, kommt man mit manchen Rädern schlecht voran. Bei Hechendorf ist das etwa der Fall. Oder zwischen der Loisachbrücke Ohlstadt und der Kläranlage Eschenlohe. „Das Radl saugt sich da am Boden fest“, schilderte der Eschenloher Bürgermeister Anton Kölbl (CSU). Seine Gemeinde hat inzwischen nachgebessert. Aber das sei eben ein unbefestigter Boden. Die Gemeinde Murnau bekam Hinweise zur Sicherheit an der OMV-Tankstelle in Richtung Süden. Hier sei es für Fußgänger gefährlich, da die Radfahrer durch die Senkung der Straße schnell an Fahrt gewinnen. „Der Markt Murnau wird an dieser Stelle ein Hinweisschild anbringen, das die Radfahrer verstärkt auf Fußgänger aufmerksam macht“, sagt Rathaussprecherin Annika Röttinger. „Es wird für Aufmerksamkeit und somit für mehr Sicherheit sorgen.“

Verkehrszeichen löst Unverständnis aus

Für großes Kopfschütteln sorgte der Umstand, dass das Verkehrszeichen stark an das Autobahn-Schild erinnert. Kölbl findet es „unsäglich“, sein Bürgermeisterkollege Markus Hörmann (CSU) „ein bissl pervers“.

Radler contra Bauern

Zur Sprache kamen im Kreistag auch Probleme, die für die Bauern durch Radler entstehen. „Es gibt viele vernünftige, aber auch blöde“, machte Hannes Biehler (CSU) deutlich. Ins selbe Horn stieß Nikolaus Onnich (Freie Wähler der Landkreisgemeinden). Manche Radfahrer zeigten Landwirten, die mit ihren Maschinen angefahren kommen, „einen Vogel“. Für Onnich ist das „ein Mordsproblem“. Für etwas Gelächter sorgte die Frage von Christl Freier (Bündnis 90/Die Grünen), für wann denn der Einweihungstermin anvisiert sei. „Ich würde auf Frühjahr 2021 tippen“, antwortete Kramer. Fünf Jahre nach dem Start. 

Roland Lory

Auch interessant:  Radschnellweg wirft Fragen auf

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Gesucht: Ein Masterplan für den Nahverkehr 
Die nächsten Jahre werden zeigen, wie sich der Landkreis in puncto öffentlicher Personenverkehr aufstellt. Ein MVV-Beitritt steht zur Debatte. Und auch ein neuer …
Gesucht: Ein Masterplan für den Nahverkehr 
Schulen sind dem Landkreis lieb und teuer
Der Landkreis Garmisch-Partenkirchen hat in den vergangenen Jahren stattliche Summen in die Schulen gesteckt. Auch in diesem Jahr ist dies der Fall. Fast 16 Millionen …
Schulen sind dem Landkreis lieb und teuer
Bestürzung über Tod von Joseph Vilsmaier
Der Tod von Regisseur Joseph Vilsmaier hat bei Menschen aus dem Landkreis, die ihn kannten, Bestürzung ausgelöst. Mehrere hatten beim letzten Film „Der Boandlkramer und …
Bestürzung über Tod von Joseph Vilsmaier

Kommentare