Mitten in Ebersberg: Wohnhaus steht in Flammen - Großeinsatz läuft

Mitten in Ebersberg: Wohnhaus steht in Flammen - Großeinsatz läuft
+
Feuerwehrmann mit Leib und Seele: Kreisbrandrat Johann Eitzenberger.

Eitzenberger hat einen Konkurrenten

Feuer und Flamme für die Feuerwehr: Kreisbrandrat bewirbt sich um höchsten Posten in Bayern

  • schließen

Das wäre ein Karrieresprung: Kreisbrandrat Johann Eitzenberger bewirbt sich für das Amt des Vorsitzenden des Landesfeuerwehrverbands Bayern. Seine Wahl auf den Chefposten kann nur sein Gegenkandidat Herrmann Schreck aus Bayreuth verhindern.

Landkreis – Für ihn ist es der D-Day, der Tag der Entscheidung. Ein Tag, sollte er in seinem Sinne ausgehen, der sein berufliches Leben verändern wird. Zwar nicht komplett, aber doch in großen Teilen. Das, was für ihn bislang die schönste Nebensache der Welt ist, wird er dann als Vollzeit-Job machen. In Dingolfing befinden am Freitagnachmittag 325 Delegierte beim Landesfeuerwehrtag darüber, wer die kommenden sechs Jahre als Vorsitzender den Landesfeuerwehrverbands Bayern führt. Einer von zwei Kandidaten ist der Garmisch-Partenkirchner Kreisbrandrat Johann Eitzenberger (53). Der andere Herrmann Schreck (55) aus Bayreuth. Beide wollen Alfons Weinzierl (61) beerben, der nicht mehr antritt. „Beide haben das Zeug dazu, beide sind hoch qualifiziert“, gibt sich Weinzierl diplomatisch. Er will nicht in den Verdacht geraten, für irgendjemand Partei zu ergreifen.

Sowohl Eitzenberger, derzeit geschäftsleitender Beamter des Marktes Garmisch-Partenkirchen und damit Verwaltungsexperte, als auch Schreck kennen sich mit Führungspositionen in der Verbandsarbeit aus. Eitzenberger ist derzeit einer der Stellvertreter Weinzierls, Schreck Vize-Präsident beim Deutschen Feuerwehrverband.

Dass sich Eitzenberger für die Weinzierl-Nachfolge interessiert, ist bei den Landkreis-Feuerwehren und im Bezirk Oberbayern, dessen Chef er bis vor einem Jahr war, seit Monaten ein offenes Geheimnis. Nur Eitzenberger behandelte das, was die Spatzen von den Dächern pfiffen, als Verschlusssache. Fragen danach blockte er stets ab. Seine Standard-Antwort: „Lassen Sie uns darüber reden, wenn ich nominiert bin.“

Abstimmung völlig offen

Das ist passiert. Die Oberbayern haben ihn als Wahlvorschlag eingebracht. „Ich fühle mich sehr geehrt und es freut mich“, sagt Eitzenberger auf Tagblatt-Anfrage. Mehr aber auch nicht. Kein Wort zu seinen Chancen, nichts dazu, ob er Wahlkampf betrieben und seine Möglichkeiten ausgelotet habe. „Das macht man als Feuerwehrler nicht“, sagt er. „So etwas ist bei uns nicht üblich. Mir geht es allein um die Sache.“ Dabei sind seine Aussichten, gewählt zu werden, gar nicht so schlecht. Die Altbayern, zu denen die Regierungsbezirke Schwaben, Ober- und Niederbayern sowie die Oberpfalz zählen, stellen mit 180 Delegierten die Mehrheit beim Landesfeuerwehrtag, die Franken kommen auf lediglich 130. Kann Eitzenberger die Altbayern hinter sich scharen, dürfte seine Wahl klappen. „Doch niemand weiß, wer wie abstimmt“, sagt Weinzierl. Viel hänge davon ab, wie sich die Kandidaten bei der Verbandsversammlung präsentieren.

Mit Wahlen kennt sich Eitzenberger aus. Als junger Mann hatte er 1996 vergeblich für die CSU für den Garmisch-Partenkirchner Gemeinderat kandidiert, ebenso erfolglos verlief 2014 seine Bewerbung um das Amt des Landrats für das ihn der damalige Garmisch-Partenkirchner Bürgermeister Thomas Schmid (CSB) ins Rennen schickte. Wenn aller guten Dinge drei sind, dann könnte es mit dem Vorsitz des Landesfeuerwehrverbands etwas werden.

Wird er gewählt, braucht die Marktgemeinde einen neuen Chef-Beamten

Eitzenberger macht keinen Hehl daraus, dass der Feuer und Flamme für die Feuerwehr ist , ihr sein ganzes Herz gehört. „Das ist eine einzigartige Gemeinschaft, von der ich zu 100 Prozent überzeugt bin.“ Die Arbeit des Vorsitzenden ist allerdings mehrere Nummern größer als die eines Kreisbrandrats. Im Landkreis Garmisch-Partenkirchen tun rund 2000 Feuerwehrmänner- und -frauen Dienst, in Bayern sind es 320 000. Ehrenamtlich lassen sich die mannigfaltigen Aufgaben, die das höchste Feuerwehramt im Freistaat mit sich bringt, nicht stemmen. Weinzierl sitzt drei Tage in seinem Büro in der Geschäftsstelle in Unterschleißheim, macht teilweise Homeoffice, führt Gespräche mit Politikern und Verbänden, handelt Förderungen aus. „Häufig geht es dabei ums Geld und um das Wohl der Feuerwehr. So nebenbei lässt sich das nicht erledigen.“

Sollte Eitzenberger gewählt werden, hätte das weitreichende Auswirkungen auf seinen Arbeitgeber, den Markt Garmisch-Partenkirchen. Der müsste sich einen neuen Chef-Beamten suchen. Der Landesvorsitzende nimmt seine Tätigkeit am 1. Oktober auf. Zunächst für drei Monate ehrenamtlich. „Damit er in seinem bisherigen Job alles regeln kann“, beschreibt Weinzierl das Procedere.

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Kinder sexuell missbraucht: Mann (57) zu Bewährungsstrafe verurteilt
Wegen sexuellen Missbrauchs von Kindern ist ein 57-jähriger Mann am Amtsgericht Garmisch-Partenkirchen zu einer Freiheitsstrafe von einem Jahr und sechs Monaten auf …
Kinder sexuell missbraucht: Mann (57) zu Bewährungsstrafe verurteilt

Kommentare