Hier auf dem streng bewachten Militär-Flughafen in der nordafghanischen Stadt Masar-i-Sharif werden die Soldaten aus Murnau landen. Im Hintergrund ist eine Transall-Transportmaschine zu sehen. Foto: Star-Media

Gefährlicher Einsatz im Hindukusch

Murnau - Den Fernmelde-Spezialisten der Werdenfelser Kaserne in Murnau steht ein schwieriger Auslandseinsatz bevor: 56 Zeitsoldaten werden für vier bis fünf Monate nach Afghanistan verlegt.

Für das in Murnau stationierte Führungsunterstützungsbataillon 293, das derzeit rund 500 Soldaten zählt, kommt der Einsatzbefehl nicht überraschend. Bereits Anfang 2008 stand fest, dass eine Truppe in das ferne Land am Hindukusch entsandt wird. Dort hat die Bundeswehr derzeit rund 3500 Soldaten stationiert, die die internationale Friedenstruppe ISAF bei der Herstellung und Wahrung der inneren Sicherheit unterstützen. Es ist die zweite größere Afghanistan-Mission für die Murnauer Fernmelder. Bereits 2003 schickten sie ein „Kontingent“ nach Kabul. Die Kommunikationsspezialisten sammelten bereits in anderen Krisenregionen der Welt Erfahrungen, etwa in Kroatien und Mazedonien.

Die Murnauer Militär-Vertreter nutzten das vergangene Jahr für eine intensive Vorbereitung – letzte Übungen laufen noch. Dazu gehört unter anderem ein Sicherheitstraining, in dem es darum geht, eine mögliche Gefährdung durch Attentäter rechtzeitig zu erkennen und auszuschließen. „Unsere Soldaten sind bestmöglich ausgebildet“, erklärt Oberstleutnant Ingo Handschuh. Der stellvertretende Kommandeur leitet vorübergehend die Kaserne. Sein Chef, Kommandeur und Oberstleutnant Kai Heß, ist nämlich bereits seit einigen Tagen in Afghanistan – ebenso zwei Mann, die die Bedingungen vor Ort erkunden sollen. In Afghanistan herrschen strengste Sicherheitsvorkehrungen. Das Land sei nach wie vor weder „ruhig“ noch „stabil“, erklärt Handschuh. Man müsse mit einer „erheblichen Gefährdung“ rechnen.

Der Großteil der Soldaten aus Murnau – laut Handschuh alles Männer, die sich für diese Aufgabe freiwillig gemeldet haben – wird seinen Dienst in der nordafghanischen Stadt Masar-i-Sharif absolvieren, wo sich das Hauptquartier der Bundeswehr befindet. Einige Soldaten sollen auch zu mobilen Gefechtsständen zeitweise abkommandiert werden. „Unsere Aufgabe ist das Herstellen und Halten von Fernmelde-Verbindungen“, erklärt Handschuh. Zum Einsatz kämen verschiedene Kommunikationstechniken, ob nun per Funk oder Satellit.

Für die Murnauer Gruppe geht es jetzt erstmal nach Dillingen an der Donau, wo die übergeordnete Regimentsführung ihren Sitz hat. Zum Regiment gehören die drei Bataillone Murnau, Dillingen und Sigmaringen, von denen jedes Soldaten für den Afghanistan-Einsatz stellt. In Dillingen findet am 22. Januar die offizielle Verabschiedungsfeier statt. Mit Airbus-Flugzeugen werden die Soldaten zuerst nach Usbekistan gebracht – und anschließend mit Transall-Maschinen ins Einsatzgebiet nach Afghanistan. Im Frühsommer kehren die Männer wieder zurück. Oberstleutnant Handschuh geht davon aus, dass heuer auf die Murnauer Fernmelder kein weiterer Afghanistan-Einsatz zukommt – eventuell erst wieder 2010.

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