Gegenoffensive nach Abwahl

Spatzenhausen - Bürgermeister Georg Wagner, der auf einer Aufstellungsversammlung abgewählt worden war, plant eine Gegenoffensive. Mit einer neuen Wählergruppe will er sein Amt verteidigen.

Traditionsgemäß gibt es in Spatzenhausen zur Kommunalwahl nur eine Dorfliste für den Gemeinderat und einen Kandidaten für den Bürgermeisterposten. Mit dem Ausgang der Aufstellungsversammlung Ende November des vergangenen Jahres hatte niemand gerechnet: Die anwesenden Bürger wählten den seit 1994 amtierenden Bürgermeister und Kreisbrandinspektor Georg Wagner (54) ab (wir berichteten). Mit deutlicher Mehrheit wurde stattdessen der 36-jährige Nebenerwerbslandwirt und Kraftfahrer Martin Gradl zum Anwärter auf den Chefsessel im Rathaus bestimmt.

Wagner will trotz der Niederlage nicht aufgeben und antreten. Und zwar mit einer eigenen, neuen Wählergruppe. Diese soll am Freitag, 4. Januar (Beginn: 20 Uhr), im Haus des Gastes gegründet werden und ihn zum Spitzenkandidaten küren. Einen Namen hat die Vereinigung noch nicht. Mit Jakob Lacher und Georg Schmidt hat Wagner zwei Helfer an der Seite, die offiziell zu der Veranstaltung einladen. "Wir wollen, dass Wagner Bürgermeister bleibt", erklärt Lacher das Ziel der politischen Gruppierung. Kandidaten für den Gemeinderat werde man nicht ins Rennen schicken. Er habe den Eindruck, dass einzelne Bürger, die mit der Arbeit Wagners nicht zufrieden seien, dessen Abwahl organisiert hätten. Man könne sicherlich in den Fragen der Ortsentwicklung unterschiedlicher Meinung sein, meint Lacher, der Beamter im Bayerischen Landkreistag ist. Aber alle Weichenstellungen der vergangenen Jahre habe nicht der Bürgermeister alleine, sondern der gesamte Gemeinderat zu verantworten.

Vor den Weihnachtsfeiertagen habe er die Entscheidung gefällt, nicht aufzugeben, erklärt Wagner: "Ich werde mich zur Wahl stellen." Viele Bürger hätten ihn zu diesem Schritt ermutigt. "Ich habe mir nichts vorzuwerfen. Ich habe mich zum Wohle der Gemeinde mit ganzer Kraft ins Zeug gelegt", betont er. Die Bilanz der Kommune könne sich sehen lassen. Beispielsweise stehe Spatzenhausen finanziell erstklassig da. Den auf der Aufstellungsversammlung laut gewordenen Vorwurf, ihm fehle es an Bürgernähe, kann Wagner nicht nachvollziehen. Er sei jederzeit zu Gesprächen bereit. Auch könnten sich interessierte Bürger im Zuge des Projekts der Dorferneuerung engagieren. Seine Abwahl sei "organisiert" gewesen. "Manche Leute wollten mich weg haben. Ich will keine Namen nennen", sagt Wagner. Dahinter steckten "persönliche Geschichten". Er werde in den nächsten Wochen bis zur Wahl viel "Aufklärungsarbeit" leisten.

Dass Wagner ebenfalls um das Bürgermeisteramt kämpfen will, hält Mitbewerber Gradl für "demokratisch". "Dann haben die Bürger zwei Kandidaten zu Auswahl", sagt er. Den Vorwurf, Wagners Abwahl sei organisiert gewesen, hält er für "nicht in Ordnung".

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