Gegner von Olympia 2018 gründen Netzwerk

München/Garmisch-Partenkirchen - Der Widerstand gegen Olympia 2018 in München nimmt konkrete Formen an.

Am späten Montagnachmittag trafen sich Gegner und Kritiker der Bewerbung im Landtag und gründeten das Netzwerk „NOlympia 2018 – Bürger fragen Bürger zu Olympia“. Ziel sei es, die Menschen besser über die Schattenseiten der Bewerbung für die Olympischen Winterspiele 2018 aufzuklären, sagte der Landtagsabgeordnete Ludwig Hartmann (Grüne). Er hatte zu dem Treffen geladen. Scharfe Kritik kommt aus der Landtags-SPD.

Laut Hartmann nahmen etwa 40 bis 50 Olympia-Kritiker an dem Treffen im bayerischen Landtag teil. Darunter seien unter anderem Vertreter der Grünen, der ÖDP und des Bund Naturschutzes gewesen. „Es kam deutlich rüber, dass es das Ziel sein muss, die Bewerbung, wie sie derzeit geplant ist, zu verhindern“, so Hartmann. Es habe keine Gegenstimmen gegen die Gründung des Netzwerks gegeben. Es gebe allerdings noch keine offizielle Liste von Mitgliedern – viele der Teilnehmer müssten freilich erst mit ihren Organisationen Rücksprache halten, bevor sie offiziell beitreten.

Zweck des Netzwerks sei es in erster Linie, Bürger über Olympia zu informieren, sagte Hartmann. Bereits im nächsten halben Jahr soll es Informationsveranstaltungen an betroffenen Orten wie Garmisch-Partenkirchen oder Königssee geben. Auch eine „detaillierte Internetseite“ werde demnächst erstellt, kündigte Hartmann an. Auch Korbinian Freier, Sprecher des Grünen-Kreisverbandes Garmisch-Partenkirchen, begrüßte das Netzwerk. Es diene dazu, einen „Gegenpol zu bilden“ und jene Informationen zu verbreiten, „die die Bewerbungsgesellschaft gerne mal unter den Tisch fallen lässt.“

Heftige Kritik an dem Treffen kam aus der SPD-Landtagsfraktion. Die sportpolitische Sprecherin Diana Stachowitz warf ihrem Kollegen Hartmann vor, „abgehoben und eigensinnig“ zu agieren. Er missachte ein klares Votum der grünen Stadtversammlung in München. Dort hatte sich die grüne Basis für die Bewerbung ausgesprochen.

Wie berichtet, haben der Stadtrat in München und der bayerische Landtag dem Konzept für die Olympiabewerbung mit den Austragungsorten München, Garmisch-Partenkirchen und Schönau/Königssee bereits zugestimmt. Die Grünen-Landtagsfraktion, deren Mitglied Hartmann ist, hat jedoch dagegen votiert.

Hartmann lehnt die Bewerbung vor allem wegen ökologischer Bedenken ab. Sie bringe einen zu großen Eingriff in den Alpenraum mit sich. Darüber hinaus kritisiert er die Verträge, die das Internationale Olympische Komitee der Stadt München zumute. Auch die Kosten der Spiele seien für die Kritiker ein wichtiges Thema, sagte Hartmann.

Johannes Patzig

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