Vor der Insolvenz: Sollte der indische Investor von Geiger technologies in dieser Woche kein Geld schicken, wird das Verfahren zum 1. Februar eröffnet. Foto: Thomas Ströter

Geiger technologies vor der Insolvenz

Garmisch-Partenkirchen - Die Zeit drängt: Schießt der indische Investor Sintex aber nicht schnellstens eine zweistellige Millionensumme in das Unternehmen, wird am 1. Februar das Insolvenzverfahren eröffnet.

Das Geschäft laufe noch weiter, erklärt eine Sprecherin von Insolvenzverwalter Dr. Martin Prager. Dass Amit Patel, der Vorstand der international operierenden Sintex-Gruppe, Interesse gezeigt habe, sich auch künftig an dem Automobil-Zulieferer mit Hauptsitz in Garmisch-Partenkirchen zu beteiligen, könne sie bestätigen. „Herr Prager möchte sich aber derzeit nicht zu den Aussagen von Herrn Patel äußern.“ Sollte sich bis zum 1. Februar nichts tun, bleibt Prager nichts anderes übrig, als das Insolvenzverfahren zu eröffnen. „Dann übernimmt der Insolvenzverwalter die volle Verantwortung und Haftung“, verdeutlicht seine Sprecherin das Procedere. „Der Betrieb muss dann zu Vollkosten profitabel arbeiten.“ Auch die Löhne für die rund 400 Mitarbeiter, die derzeit in Form eines Insolvenzgelds von der Agentur für Arbeit getragen werden, würden dann wieder in voller Höhe beim Unternehmen liegen.

Nachdem der indische Investor, der im vergangenen November fix zugesagte Gelder in Millionenhöhe nicht gezahlt hatte, nun allerdings einen weiteren Geschäftsführer bei Geiger installiert hat, scheint er sich tatsächlich nach wie vor für das Unternehmen zu interessieren. Offenbar soll Claus Hornig, der Anfang der 1990er Jahre als Entwicklungsleiter bei Geiger beschäftigt war, die Zahlen noch einmal überprüfen, mutmaßt ein Mitarbeiter. Zu einer Stellungnahme war Hornig allerdings noch nicht bereit: „Ich begleite derzeit bei Geiger technologies keine operativen Aufgaben und möchte im Augenblick dazu keinen weiteren Kommentar abgeben.“ Auch in Pragers Büro mochte man die jüngste Entwicklung nicht kommentieren. Nur soviel: „Der Beschluss, einen zweiten Geschäftsführer einzusetzen, stammt von Sintex, muss also auch finanziell von ihnen getragen werden.“

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