Kein schöner Anblick: An einigen Stellen im Ort wie hier in der Lederergasse bilden sich regelmäßig Berge mit Gelben Säcken. Foto: Archiv herpen

Gelbe Säcke sollen Ort nicht verschandeln

Murnau - Der Ärger über die vielen Gelben Säcke, die an manchen Wochenenden im Murnauer Ober- und Untermarkt das schmucke Ortsbild verschandeln, soll schon bald der Vergangenheit angehören.

Die Gemeindewerke haben mit dem zuständigen Entsorgungsunternehmen, der Veolia Umweltservice Süd GmbH & Co. KG mit einer Niederlassung in Achrain, einen neuen Abholtag für den Verpackungsmüll vereinbart: Ab der nächsten Tour am 19. Mai werden die Gelben Säcke in Murnaus guter Stube vom Maibaum gegenüber des Tengelmann-Centers bis rauf zur Reschstraße einmal im Monat am Mittwoch - und nicht mehr wie bisher am Montag - eingesammelt. Dies gaben die Gemeindewerke gestern in einem Pressegespräch bekannt. „Das ist eine gute Lösung“, freut sich Angelika Rebholz vom Wirtschaftsförderverein, der den Anstoß zu der Umplanung gegeben hatte. Für nächstes Jahr soll der Abholplan komplett neu überarbeitet werden.

Rückblende: Der Abfuhrtermin am Montagmorgen, der seit Anfang 2010 gilt, hatte für mächtig Wirbel unter den Anliegern des Ortszentrums gesorgt (wir berichteten). Viele stellten die Säcke bereits am Samstag oder Sonntag vor die Türe. Gerade Geschäftsleute, die nicht in der Nähe ihres Ladens wohnen, hatten keine andere Wahl - wenn sie nicht am Montag in Herrgottsfrühe aufstehen wollten. Das Ganze war freilich an den Wochenenden, wenn etliche Besucher in den Tourismus-Ort kamen, kein schöner Anblick. „Das war furchtbar“, sagt Rebholz. Gerade an den verkaufsoffenen Marktsonntagen oder bei anderen Großveranstaltungen sei dies inakzeptabel. Einheimische und Gäste hätten sich beschwert. Zudem hätten immer wieder Rowdys Säcke aufgerissen und den Inhalt verteilt. Sie habe auch Tiere beobachtet, die in dem Abfall wühlten.

Karl Steingruber, kaufmännischer Leiter der Gemeindewerke, will ein weiteres Problem mit den Gelben Säcken lösen: An einigen Stellen im Ortszentrum entstehen vor einem Abholtermin immer wieder regelrechte Müllberge, etwa in der Lederergasse oder am Forsteranger-Parkplatz - für einen Tourismus-Ort nicht gerade eine Zierde. Diese inoffiziellen „Sammlungen“ mögen von den Anliegern gut gemeint sein, um den Müllmännern die Arbeit zu erleichtern. Doch sollten die Säcke direkt vor den Haustüren bereit gestellt werden. „Jeder Hauseingang wird angefahren“, sagt Steingruber. Für größere Wohnblöcke sollen Ablagestellen angeboten werden, die etwas versteckt sind. Darüber wollen die Gemeindewerke die Murnauer Haushalte noch im Detail informieren.

Wer einen Abholtermin versäumt hat oder zu einem Zeitpunkt verreist ist, könne die Gelben Säcke auch direkt nach Achrain zur Firma Veolia bringen, erklärt Betriebsleiter Gerhard Moser. Die Entsorgung sei kostenlos. Für den Fachmann ist es nicht nachvollziehbar, dass in den Gelben Säcken vieles landet, was nicht hinein gehört - angefangen bei der Baby-Windel bis hin zu Lebensmitteln. „Der Anteil an Restmüll liegt bei etwa 37 Prozent“, sagt Moser. Dies führe zu höheren Sortierungskosten, die letztendlich der Verbraucher zahlen müsse.

Der Gelbe Sack ist nur für Verpackungsmaterial mit dem Grünen Punkt gedacht, beispielsweise Milchtüten, Margarine-Becher oder Flaschen und Obstschalen aus Kunststoff. Denn Auftraggeber ist das Duale System Deutschland. Weitere Infos dazu finden sich auf der Homepage des Landkreises Garmisch-Partenkirchen (www.lra-gap.de).

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