Die Tüten entsprechen allerdings der Norm

Gelber Sack: Ärger über schlechte Qualität wächst

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Er reißt. Zu schnell. Deshalb steht das Material des Gelben Sacks in der Kritik. Doch der Landkreis kann nichts daran ändern.

Landkreis – Es nervt. Die Bürger, die Kommunalpolitiker. Ständig gibt es Ärger mit den Gelben Säcken. Entweder sie werden nicht abgeholt oder sie reißen. Dr. Michael Rapp (CSU) hat sie satt, die ewigen Hinweise, dass die Tüten der Norm entsprechen. Weil sie’s nicht tun. „Dem Bürger ist es nicht zu vermitteln“, sagt er im Kreisausschuss, „warum wir keine gescheiten Säcke haben“.

Rapp spricht Klartext, erzählt von Menschen, die drei Säcke nehmen, dass der Inhalt auch wirklich drin bleibt. Oder von den Mitarbeitern der Müllabfuhr, die den Abfall erst zusammensuchen müssen, weil die Tüte gerissen ist. Der CSU-Kreisvorsitzende sagt in aller Deutlichkeit: „Ich lasse mich nicht mehr mit der ,Norm‘ abspeisen.“

Zum ersten Mal bekommen Landrat Anton Speer (Freie Wähler) und seine Behörde die Kritik nicht zu hören. „Wir kriegen viele Beschwerden.“ Die Qualität zu verbessern, liegt jedoch nicht im Ermessen des Landratsamtes. Verantwortlich dafür ist wie bei der Koordinierung der Abholung das Duale System Deutschland (DSD) mit Sitz in Köln. „Wir können nur indirekt Druck ausüben“, sagt Behördensprecher Stephan Scharf auf Tagblatt-Anfrage. Heißt: die Beanstandungen weiterzugeben.

Das Prozedere geht Nikolaus Onnich (Liste „Für Landwirtschaft, Natur und Erholung“) ähnlich wie Rapp mächtig auf den Keks. „Das klappt seit Jahren nicht“, poltert der Bad Kohlgruber in der Sitzung. „Es gibt keine Ausreden mehr, man muss es krachen lassen.“ Scharf kann den Ärger nachvollziehen. Trotzdem ist ein bisschen Geduld gefragt. Ab 2020 soll ein neues Verpackungsgesetz in Kraft treten, sagt er. „Dann bekommen die Kommunen mehr Einfluss, welches Material verwendet wird.“

Rubriklistenbild: © dpa / Patrick Seeger

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