Auf Eis gelegt: Suche nach Schanzen-Sponsor ruht derzeit

Garmisch-Partenkirchen - Nach dem geplatzten Deal mit dem Finanz-Dienstleister AWD sucht Tourismusdirektor Peter Nagel das Gespräch mit dem Skiclub Partenkirchen.

Der Deal war zum Greifen nahe. Rund zwei Millionen Euro, verteilt auf sieben Jahre, bot AWD mit Sitz in Hannover für die Namensrechte an der Olympia-Schanze. Doch kurz vor dem Vollzug zerplatzte der Traum. AWD wollte beim Neujahrsspringen als Sponsor an der Schanze erkennbar sein, die Firma IMG, Vermarkter der Vierschanzentournee, ließ das nicht zu (wir berichteten). Das Hickhack endete mit dem Rückzug.

Bedauerlich für die Marktgemeinde, vor allem aber auch für Nagel. Der Tourismusdirektor war federführend in den Verhandlungen mit dem potenziellen Geldgeber, den die Vermarktungsagentur MediaManagement in Hamburg besorgt hatte.

Derzeit ruht die Angelegenheit. "Wir haben die Sponsorensuche etwas zurückgestellt, auch weil wir erst das Springen abwarten wollten", erklärt Nagel. In seinen Augen wären neue Gespräche momentan nicht sinnvoll, da die Vertragssituation zwischen der Gemeinde und dem Skiclub Partenkirchen aus Ausrichter des Springens zu unklar sei. "Jahrelang hat es gar keinen Vertrag gegeben", sagt der Kurdirektor. "Es wurde mehr oder weniger mündlich geregelt, dass der SCP das Stadion bekommt."

Im vergangenen Jahr wurde erstmals ein Kontrakt ausgearbeitet. "Schließlich hat der SCP 1,5 Millionen Euro für die Schanze gezahlt, da ist nur klar, dass der Verein es auch schriftlich braucht, dass er das Stadion zur Verfügung gestellt bekommt", meint Nagel. Die bisherige Version habe jedoch noch Schwächen ­ vor allem im Bereich der Vermarktung. "Wir brauchen einfach eine gute Zwischenvereinbarung mit dem Skiclub", betont Nagel. "Unser Wunsch wäre es, dass der SCP künftig automatisch immer auch im Sinne der Gemeinde handelt."

Um so weit zu kommen, sucht Nagel das Gespräch mit SCP-Chef Michael Maurer und Hannes Krätz, dem neuen Pressesprecher des Neujahrsspringens. "Ich versuche einfach, die Hausaufgaben zu machen", sagt Nagel. "Wir brauchen einen Vertrag, mit dem wir an neue Sponsoren herantreten können." In den nächsten zwei Wochen soll das Treffen stattfinden.

Maurer ist das recht. "Wir sind in jedem Fall gesprächsbereit", sagt der Präsident des Skiclubs. Ob hinsichtlich der Vermarktung aber große Sprünge gegenüber dem Ist-Zustand drin sind, hält er für unwahrscheinlich. "Es wird immer darauf hinauslaufen, dass es ein Sponsor sein muss, der entweder sowohl bei der Tournee als auch bei der Schanze mitmacht oder aber sich mit 363 Tagen im Jahr zufrieden gibt." Um solch' wichtige Fragen zu klären, würde Nagel gerne fachliche Hilfe in Anspruch nehmen. "Wir brauchen sicher Beratung", sagt er. "Wir müssen darüber reden, ob man einen Fachmann aus dem Bereich Sportmarketing nimmt."

Nagel will übrigens nicht ausschließen, dass der Finanzdienstleister nicht doch noch einmal ein Kandidat werden könnte. Der Kontakt ist nie abgebrochen. "Es gab nach dem Rückzug noch das eine oder andere Gespräch."

Doch erst will Nagel ortsintern die Arbeit erledigen. "Denn es würde ja wirklich schlecht ausschauen, wenn tatsächlich ein neuer Interessent kommen würde und wir ihm nichts Konkretes dagen könnten." Nicht, dass noch einmal ein Deal platzt.

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