In Champagnerlaune (v. l.): Regina Rohrbeck, Antonia Wiedemann, Marianne Wiedemann, Georg Löcherer, Alexandra Kiening, Rainer Pokorny, Christian Hainzinger, Hans-Jürgen Dämmrich, Elisabeth Hofmeister und Andreas Glas. Foto: Kaiser
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In Champagnerlaune (v. l.): Regina Rohrbeck, Antonia Wiedemann, Marianne Wiedemann, Georg Löcherer, Alexandra Kiening, Rainer Pokorny, Christian Hainzinger, Hans-Jürgen Dämmrich, Elisabeth Hofmeister und Andreas Glas. Foto: Kaiser

Gelungener Mix aus Sprache, Mimik und Gesang

Garmisch-Partenkirchen - Das Kleine Theater überzeugt mit der „Fledermaus für Schauspieler“. Regisseurin Tatjana Pokorny und ihr Ensemble ernten Szenenapplaus und stehende Ovationen am Ende.

Stürmischer Beifall belohnten ein höchst anspruchsvolles Unterfangen einer jungen Regisseurin in Garmisch-Partenkirchen: Tatjana Pokorny ist es ganz hervorragend gelungen, im Rahmen des Kultursommers mit ihrem Ensemble im Kleinen Theaters einen halsbrecherischen Spagat vollendet darzubringen. Ausgesprochen amüsant anzusehen (und anzuhören) präsentierten die zehn Akteure vor ausverkauftem Haus die wohl berühmteste Operette der Welt in einer gelungenen Mischung aus Schau- und Singspiel: „Die Fledermaus“, jene plüschige, champagnerperlende, scheinheilige und walzerselige musikalische Komödie von Johann Strauß, die 1874 uraufgeführt wurde und nach wie vor zum Repertoire vieler großer Opernhäuser der Welt gehört. Und zwar vor allem wegen ihrer ausgesprochen hohen musikalischen Qualität.

Doch weil es einer kleinen Schauspielbühne halt naturgemäß an Tenören, Sopranen und Baritonen ein wenig gebricht, war es Aufgabe von Regisseurin Pokorny, all die holden Koloraturen zurückzudrehen auf das, was ihr zur Verfügung stand: Mit Alexandra Kiening und Marianne Wiedemann (Sopran), in Gestalt ihres Vaters Rainer Pokorny ein gehobener Tenor, ansonsten nur zum Sprechgesang geeignete Schauspieler. Orchestral war Keyboard angesagt. Aber was die ambitionierten Darsteller aus diesen relativ bescheidenen Mitteln machten, das verdient höchste Anerkennung: Sichtlich begeistert servierten sie die für heutige Verhältnisse morbid wirkende Geschichte um ehelichen Lug und Trug rund um ein Fest des Prinzen Orlofsky, den Regina Rohrbeck passend arrogant präsentierte. (wk)

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