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Gemeinderat entschleunigt Straßenausbau

Murnau - Im Murnauer Bauamt herrscht Überlastung. Deshalb wird die angepeilte Taktung der großen Straßenausbauten geändert. Nicht nur die Instandsetzung des Unteren Grainbichl wird verschoben.

Die Kleinen schauen mit ihren Skateboards, ihrer Street-Hockey-Ausrüstung und ihren Roller-Blades angesichts des rauen Kiesbelages ab sofort in die Röhre. Die Großen, die Autofahrer hingegen, können sich freuen. Im Frühsommer wurden der Philosophen- und der Lüßweg auf Vordermann gebracht. Allerdings nicht mit einem Vollausbau wie beim Eichholz, sondern lediglich mit einer Spritzteerung mit einer Kiesschicht-Auflage. „Der Zustand dieser beiden Straßen war auch sehr schlecht, da musste etwas getan werden“, erklärt Marktbaumeister Klaus Tworek. Die Fahrbahnen wurden aber im Rahmen normaler Unterhaltungsmaßnahmen erneuert. „Das hält jetzt wieder mindestens fünf Jahre.“

Der Philosophen- und der Lüßweg gehören nicht zu den Straßen, die nach und nach gemäß einer Prioritätenliste der Marktgemeinde in großem Rahmen hergestellt werden sollen. Es war ein ehrgeiziges Ziel, das sich die Marktgemeinde Murnau 2009 auferlegt hatte. Angesichts eines „Defizits über Jahrzehnte“ (Bürgermeister Michael Rapp) hätte jedes Jahr eine der vom TÜV Rheinland 2008 in einem Gutachten ermittelten sanierungsbedürftigen und 2009 in eine Prioritätenliste aufgenommenen Murnauer Straßen instandgesetzt werden sollen - möglichst Planung und Endabrechnung inklusive: im Jahr 2009 das Eichholz, 2010 die Dr. Seitz-Straße, 2011 der Untere Grainbichl, 2012 die Hagener Leite, 2013 der Lindenburgweg und 2014 dann der Obere Grainbichl (wir berichteten).

Jetzt hat der Marktgemeinderat die Notbremse gezogen und den bis 2014 festgelegten Fahrplan um vier Jahre verlängert. „Die schieben im Bauamt sowieso schon Überstunden ohne Ende“, sagte Rathauschef Rapp in der letzten Gemeinderatssitzung vor der Sommerpause. Aus diesem Grund votierte der Gemeinderat nun dafür, die bislang angepeilte Taktung pro Straße von einem auf zwei Jahre heraufzusetzen. „Was bedeutet: ein Jahr planen, ein Jahr bauen“, betont der Marktbaumeister.

Für das Bauamt bringt diese Entscheidung eine Erleichterung. Denn: „Eigentlich hätten wir jetzt schon mitten in den Planungen für den Unteren Grainbichl stecken müssen, der mit dem Ausbau nächstes Jahr an die Reihe gekommen wäre“, erläutert Tworek: „Dabei liegt die Schlussabrechnung für die 2009 ausgebaute Straße Am Eichholz noch nicht vor, und die Arbeiten an der Dr.-Seitz-Straße werden voraussichtlich noch bis Spätherbst andauern.“

Auch hier müssten die Arbeiten überwacht und währenddessen Entscheidungen getroffen werden. „Es geht nicht nur darum, dass ein Ingenieur gefunden wird. Die Bürger müssen informiert, Vorentwurfsplanungen erstellt werden, der Gemeinderat muss abgesegnen. Dann wird endgültig geplant, wieder abgesegnet, und dann erst gebaut“, betont Tworek: „Das ursprünglich gewünschte Tempo hätte sich nicht halten lassen.“

Nach jetzigem Stand geht der Ausbau der Straße Unterer Grainbichl also erst 2011 in die Planung und wird 2012 baulich ausgeführt. 2013 geht es an die Hagener Leite, die wird 2014 ausgebaut. 2015 wird der Lindenburgweg ins Visier genommen, 2016 realisiert. 2017 folgt der Obere Grainbichl, er wird 2018 ausgebaut. In welchem Umfang diese Straßen in die Kur genommen werden, stehe noch nicht fest, sagt Tworek.

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