Geplantes Seniorenheim: Ohlstadt legt sich nicht fest

Ohlstadt - Soll eine Senioren-Wohneinrichtung auf dem Areal des ehemaligen Bettenhausgeländes der Ohlstadtklinik entstehen? Der Gemeinderat ist sich noch nicht sicher.

Es handelt sich um die erste konkrete Nutzungsanfrage für das riesige Gelände an der Schwaiganger Straße seit Jahren. Dennoch entschied sich der Ohlstädter Gemeinderat in seiner Sitzung mit 14:2 Stimmen dafür, die Bauvoranfrage eines nicht näher benannten Investors zunächst einmal zurückzustellen.

Dieser plant, das ehemalige Bettenhaus der Ohlstadtklinik samt Anbau und Wohngebäude abzureißen, um dort ein Seniorenheim mit Wohngruppen zu errichten. Doch die Kommunalpolitiker wollen sich erst über die Alternativen klar werden.

Zu diesem Zweck soll Bürgermeister Anton Fischer (Neue Liste Ohlstadt/NLO) sobald wie möglich Kontakt mit der Architektin Vera Winzinger aufnehmen, die für die Gemeinde bereits vor ein paar Jahren einen Rahmenplan für den alten Ortskern erarbeitet hatte. Von ihr erhoffen sich die Volksvertreter Anregungen, wie das rund 4300 Quadratmeter große Gelände, das seit rund zwei Jahren brachliegt, künftig genutzt werden könnte.

„Wir müssen uns aber auch selbst darüber klar werden, was wir wollen“, betonte Josef Leis im Rahmen der regen Diskussion. Dem CSU-Politiker fiel auch gleich etwas ein: „In Ohlstadt fehlt eine Einkaufsmöglichkeit.“

Eine ganz andere Option brachte Simon Sagmeister (Bürgervereinigung Ohlstadt/BVO) ins Gespräch: „Warum kauft die Gemeinde das Grundstück nicht selbst? So einen Platz in zentraler Lage kriegt man nicht mehr so leicht.“ Bürgermeister Fischer will davon aber nichts wissen: „Das steht zur Zeit nicht zur Debatte.“

Der Rathauschef verteidigte vielmehr die Pläne des Investors, das Bettenhaus samt Anbau und Wohngebäude abreißen zu wollen. „Die Flure sind sehr eng, das wäre zum Beispiel für Rollstuhlfahrer ein Problem.“ Außerdem gebe es viele tragende Wände, die nicht so einfach entfernt werden könnten.

Christian Binder (CSU) meinte, dass es weder im Ort noch im Landkreis Bedarf für 90 zusätzliche Pflegeplätzen gebe. „Im Landkreis sind jetzt schon viele Betten frei, da ist die Wahrscheinlichkeit gering, dass das Heim voll wird.“ Binder betonte aber, den Plänen des Investors nicht grundsätzlich ablehnend gegenüberzustehen. „Wir sollten einfach noch andere Möglichkeiten beleuchten und den Antrag zurückstellen.“

So sahen es am Ende der Diskussion die meisten der Gemeinderäte. Der Fairness halber beschloss das Gremium aber auch, dem Investor schon einmal klar zu machen, dass das Projekt in der geplanten Größe nicht im Sinne der Gemeinde sei.

Bis zur nächsten Sitzung will sich der Bürgermeister auf Anregung von Josef Leis außerdem beim Landratsamt informieren, wie es mit dem Bedarf an Pflegeplätzen in der Region aussieht und wie viele Betten derzeit leerstehen.

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