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Wirtschaft im Landkreis

Gerhard Lutz hört als IHK-Chef auf

Landkreis - Amtswechsel nach 20 Jahren: Gerhard Lutz kandidiert nicht erneut um den IHK-Vorsitz in Garmisch-Partenkirchen. Bis Mai laufen die Wahlen für den Regionalausschuss. 7500 Unternehmer sind aufgerufen, ihre Kreuze zu machen.

Wenn in den nächsten Monaten der neue Regionalausschuss der Industrie- und Handelskammer (IHK) in Garmisch-Partenkirchen bestimmt wird, ist es anders als sonst. Denn diesmal fehlt ein Name auf der Kandidatenliste, der in den vergangenen 20 Jahren nicht wegzudenken war. Vorsitzender Gerhard Lutz steht nicht mehr für eine Wiederwahl bereit. Die Situation für seinen Nachfolger – sie könnte schlechter sein.

Wie Lutz bei einem Pressetermin erklärte, sei die Stimmung bei der hiesigen Wirtschaft nicht schlecht. Der Tourismus blicke auf gute Zahlen zurück, und die Baubranche habe zu tun – auch angesichts der vielen laufenden Großprojekte in der Region, wie zum Beispiel die Umfahrung Oberau oder die Neugestaltung des Bahnhofsareals in Garmisch-Partenkirchen. „Da gibt es eine gigantische Auslastung.“

Nichtsdestotrotz hadere die Region mit ihren altbekannten Probleme: Die Infrastruktur, etwa die Verkehrsanbindung, oder auch fehlende hochwertige Arbeitsplätze für junge Leute. Auf der anderen Seite gibt es nicht genügend Interessenten für Lehrstellen: „Von 570 freien Plätzen blieben zum September 120 unbesetzt.“ Abhilfe könnten zum Teil junge Flüchtlinge bilden. Wie Lutz als Geschäftsführer vom Autohaus Hornung erzählt, werden im Betrieb zwei Syrer zum Lackierer und Kfz-Mechatroniker ausgebildet. „Ich bin begeistert, welches Engagement sie mitbringen.“ Eine weitere Perspektive für die Zukunft wird zur Zeit mit der ehemaligen Kreisentwicklungsgesellschaft, die jetzt Zugspitz-Region heißt, ausgearbeitet: Gedacht werde an eine Art Handwerker-Areal für Startups, die zum Beispiel in der ersten Zeit weniger Miete zahlen. „In Garmisch-Partenkirchen soll eine Art Keimzelle entstehen.“ Und dabei haben die Initiatoren das ehemalige Gelände des Automobilzulieferers Geiger am Fuße des Kramer im Blick. „Nun muss man schauen, was man umsetzen kann.“

Sein Nachfolger wird also einiges zu tun bekommen. Der 59-Jährige, der zugleich Vizepräsident der IHK München-Oberbayern ist, möchte sich aus der Regional-Arbeit zurückziehen. Der Fokus liege nun verstärkt auf dem Autohaus, bei dem es derzeit große Bauprojekte gibt. Umso mehr ruft er die IHK-Mitglieder im Landkreis, von denen es 7500 gibt, auf, sich an der Wahl des Regionalausschusses zu beteiligen. Offiziell läuft die Abstimmung, die per Briefwahl erfolgt, vom 25. April bis 6. Mai. „Die Unterlagen sind aber schon verschickt.“ Gehofft wird auf eine Wahlbeteiligung, die weit über den üblichen rund 10 bis 13 Prozent liegt. Um einen der 15 Sitze im Ausschuss bewerben sich 24 Unternehmer aus dem ganzen Landkreis – zum Beispiel der Garmisch-Partenkirchner Gemeinderat Florian Möckl, Parfümerie-Chefin Angelika Rebholz aus Murnau, Kreissparkassen-Vorstand Peter Lingg oder auch Claudia Hans vom Hotel Böld in Oberammergau. Aus dem Ausschuss heraus wird dann der Lutz-Nachfolger gewählt.

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