Gestütschef hofft auf Investitionen

Ohlstadt - Olympia 2018 kann kommen - zumindest nach Ansicht von Eberhard Senckenberg, Leiter des Staatsgestüts Schwaiganger.

Landstallmeister Eberhard Senckenberg ist derzeit ein gefragter Mann. Zahlreiche Fernsehteams und Journalisten wollen ihn interviewen und über das Haupt- und Landgestüt Schwaiganger berichten - nachdem die Olympia-Bewerbungsgesellschaft das weitläufige Anwesen nordöstlich von Ohlstadt offiziell zum Austragungsort für die Biathlon- und Langlauf-Wettkämpfe gekürt hat. Oberammergau ist aus dem Rennen.

Senckenbergs Botschaft ist klar: Schwaiganger eigne sich bestens für die Olympischen Winterspiele 2018. „Ich sehe das Ganze positiv“, sagt er. Denn: „Wir haben genügend Flächen.“ Rund 750 Hektar groß ist das Areal am Fuße des Heimgartens - Wälder und Weidewiesen prägen das Bild. Ein verhältnismäßig kleiner Teil davon dürfte für die Wettbewerbe reichen. In Oberammergau waren die Planer von knapp 100 Hektar ausgegangen - für zwei Stadien, Loipen, Parkplätze und sonstige Nebenanlagen. In Schwaiganger wäre laut Bewerbungsgesellschaft der Platzbedarf ähnlich groß. Für die Olympia-Macher hat der neue Standort noch einen entscheidenden Vorteil: Das Gestüt gehört dem Freistaat. Ärger mit Grundstückseigentümern wie in Oberammergau wird es hier nicht geben.

Spannend ist die Frage, ob der Betrieb in der Vorzeige-Einrichtung für Pferdezucht ungehindert weiterlaufen kann, wenn dort das Mega-Event stattfindet. Senckenberg meint ja. „Ich glaube nicht, dass hier alles stillgelegt werden muss.“ Im Notfall könnte man während der Wettkämpfe einen Teil der rund 350 Pferde in anderen Stallungen unterbringen. Die Bewerbungsgesellschaft ist in diesem Punkt etwas vorsichtiger: „Es kann zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht gesagt werden, ob der Betrieb in seiner Gänze fortgeführt werden kann“, teilte gestern Sprecherin Anna Lena Mühlhäuser mit. Es würde dann aber eine „Ersatzlösung“ geben.

Senckenberg spekuliert auf einen Nebeneffekt, den die Bewerbung für „seine“ Einrichtung mit sich bringen könnte. Er hofft darauf, dass der Freistaat Geld in die Hand nimmt, um Gebäude zu sanieren und neue zu errichten. Eine zusätzliche Reithalle und ein Schulungsgebäude stehen auf seiner Wunschliste. Sein Argument: Wenn die Weltöffentlichkeit auf Schwaiganger blickt, sollte der Zustand des Gestüts tipptopp sein. „Hier könnte man mehrere Millionen Euro reinbuttern“, sagt er.

Wo genau die temporären Sportstätten und Parkplätze errichtet werden sollen, steht noch nicht fest - ebenso wenig, wieviel das Ganze kostet. In Oberammergau war die Rede von 23 bis 25 Millionen Euro. Die Bewerbungsgesellschaft hält sich mit detaillierten Angaben zurück. Nur soviel: „Es wird gerade ein Loipenplan erarbeitet“, sagt Mühlhäuser. Dieser müsse mit den Sportfachverbänden abgestimmt und könne dann veröffentlicht werden. „Kleinere Eingriffe“ in die Natur seien nicht auszuschließen, räumt die Sprecherin ein, um beispielsweise ein gewünschtes Höhenprofil der Loipen zu erstellen. Die Verkehrsplaner setzten auf ein umweltschonenes Park&Ride-Konzept, um den Besucherandrang zu bewältigen.

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