Will die Schaffung eines Gewerbegebiets am Mühlmoos voranbringen: CSU-Fraktionschef Christian Binder.Foto: her

Gewerbe-Pläne mit politischer Sprengkraft

Ohlstadt - In Ohlstadt flammt die Diskussion um ein Gewerbeareal am Mühlmoos und eine Supermarkt-Ansiedlung auf. Grundeigentümer Kurt Metzger legte ein Konzept mit politischer Sprengkraft vor.

Bislang wurde das Metzger-Papier nur hinter verschlossenen Türen besprochen. Der Malermeister aus dem Ort will die rund 24 000 Quadratmeter große Wiese am südlichen Dorfrand verkaufen und schlägt vor, Flächen für einen Supermarkt mit einem Vollsortiment, eine Tankstelle, Einzelhandelsgeschäfte und Handwerksbetriebe zu schaffen. „Die Interessenten sind da“, betont Metzger.

Ihm selbst gehören nach eigenen Angaben 16 000 Quadratmeter des Areals, einer Geschäftspartnerin die restlichen 8000 Quadratmeter.

Metzger bringt mit seinem Vorstoß die neue Version einer alten Idee ins Gespräch: Bereits Ende der 1990er Jahre gab es Überlegungen, das Areal an der äußeren Partenkirchener Straße in ein Gewerbegebiet umzuwandeln - was jedoch scheiterte. 2007 war dann ein Teil des Geländes als Standort für den Discounter Netto vorgesehen. Ein Bürgerentscheid verhinderte die Umsetzung.

CSU-Fraktionschef Christian Binder drängt auf eine öffentliche Auseinandersetzung mit dem brisanten Thema - und auf eine rasche Entscheidung. Für den Kommunalpolitiker steht fest: Sein Heimatort braucht das Gewerbegebiet am Mühlmoos, inklusive Supermarkt. „Ohlstadt stirbt sonst aus“, warnt er.

Binder spart in einer Pressemitteilung nicht mit scharfer Kritik an seinem politischen Gegner, Rathauschef Anton Fischer (NLO): „Seit Monaten liegt der Gemeinde ein fertiges Gewerbe-Konzept vor, jedoch wird die öffentliche Behandlung im Gemeinderat konsequent durch den Ersten Bürgermeister verhindert“, schimpft der CSU-Mann. Er spricht von „ganz bewussten Verzögerungen“. Und weiter: „Somit wird augenscheinlich in Kauf genommen, dass heimische Betriebe in benachbarte Gemeinden abwandern sollen.“

Das vom Gemeinderat ins Auge gefasste Gewerbegebiet am Breitenweg sei keine Alternative, meint Binder. Diese Fläche sei für viele Gewerbebetriebe zu klein und aufgrund der Nähe zur Wohnbebauung ungeeignet. Der CSU-Sprecher steht hinter Metzgers Mühlmoos-Plänen.

Bürgermeister Fischer lässt die Kritik aus dem Lager der „Schwarzen“ kalt - und bezieht eine andere Position. Es sei der politische Wille der Mehrheit des Gemeinderats, dass am Ortsrand kein Supermarkt entstehen soll, erklärt er. Denn: „Dieser würde die Geschäfte im Ort kaputt machen.“ Aus diesem Grund habe der Bauausschuss Metzger und seine Geschäftspartnerin aufgefordert, eine zweite Version des Gewerbe-Konzepts zu erstellen - ohne den Einkaufsmarkt.

Grundsätzlich sei das Gewerbegebiet „sehr interessant“, um den ortsansässigen Betrieben ausreichend Platz zur Verfügung zu stellen. Es müssten jedoch noch viele Punkte geklärt werden, sagt Fischer. „Es sind verschiedene Modelle möglich“, sagt der Bürgermeister. Das Thema müsse er nichtöffentlich behandeln, so Fischer weiter, da eine Grundstücksangelegenheit vorliege.

Metzger zeigt sich indessen flexibel. Er halte nicht an der Supermarkt-Variante oder einer bestimmten Vermarktungsstrategie fest - und sei auch offen für andere Planungen. Sein aktuelles Konzept sehe vor, das gesamte Grundstück an einen Investor zu verkaufen, der Erschließung und Vermarktung übernehme. Dies könne auch die Gemeinde erledigen.

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