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Schwere Vorwürfe werden gegen Florian Möckl als Vorsitzenden des Gewerbeverbands erhoben.  

Vorwürfe gegen Florian Möckl

Gewerbeverband Garmisch-Partenkirchen: Schluss mit lustig

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Es gärt schon seit Monaten im Gewerbeverband Garmisch-Partenkirchen und Umgebung. Jetzt ist das Fass übergelaufen. Große Teile des Vorstandes liegen über Kreuz mit dem Vorsitzenden Florian Möckl. 

Landkreis – Als Chef, Sänger und Gitarrist der Koitaboch-Musi ist Florian Möckl fast schon weltweit bekannt. Selbst in Las Vegas sorgten er und seine Combo für Stimmung und gute Laune. Mit der ist es bei ihm allerdings nicht mehr weit her. Etwas mitgenommen sieht Möckl (38) aus. Solche Dinge, die in den vergangenen Monaten auf ihn eingestürmt sind, steckt keiner so leicht weg. Nicht einmal ein lustiger Musikant. „Selbst ich nicht“, meint er, obwohl man ihm ein gutes Nervenkostüm bescheinigt. Auch, weil seine Familie auf offener Straße behelligt wird. „Ich selbst habe Droh-Mails erhalten“, sagt er. Möckl ist in die Kritik, nein, vielmehr in die Schusslinie geraten. Seine Vorstandskollegen Jan Vogel, Corsin Parolini, Tobias Bogenrieder und Michael Greß, die von Christian Langhorst anwaltlich vertreten werden, meinen es nicht besonders gut mit ihm. Sie werfen ihm vor, den Gewerbeverband Garmisch-Partenkirchen und Umgebung, der dem Bund der Selbstständigen/Deutscher Gewerbeverband (BDS) angehört, und den er seit neun Jahren als Vorsitzender führt, als Selbstbedienungsladen missbraucht zu haben. Ganz konkret: Möckl soll sich Geld zugeschustert haben, das ihm nicht zusteht.

„Er hat es getan, obwohl darüber kein Vorstandsbeschluss existiert“, sagt einer der vier Ex-Vorstände, die ebenso wie Kassier Andreas Lang mittlerweile zurückgetreten sind. Die Vorwürfe der ehemaligen Kollegen nennt Möckl „haltlos und nicht richtig“. Er habe sich das Geld verdient, es stehe ihm zu. „Ich habe dafür gearbeitet.“ Dass es nichts Schriftliches gebe, liege an der „lückenhaften oder meist ganz fehlenden Protokollführung“ von Tobias Bogenrieder, dem Schriftführer.

Der Streit, der schon seit Monaten ausgetragen wird, begann nach der Regionalmesse 2016 in Grainau, die Möckl zufolge „trotz eines leichten Minus’ ein Erfolg war“. An den damaligen Vize Jan Vogel, der die Hauptlast der Vorbereitung und Organisation geschultert hatte, zahlte Möckl 8568 Euro aus – als Aufwandsentschädigung. Die beansprucht er auch für sich. 7149 Euro soll seine Arbeit wert gewesen sein. Er nennt die komplette politische Anbahnung in Garmisch-Partenkirchen und Grainau, die konstante aktive Arbeit in der Akquise- und Planungsphase sowie den großen Arbeitsaufwand am gesamten Messe-Wochenende inklusive aller buchhalterischen Vorgänge. Dies sei schlicht nicht mehr ehrenamtlich zu stemmen gewesen. Das habe er in den Sitzungen erwähnt.

Derselben Meinung ist auch sein Anwalt Hans Baur (Wallgau). Dies könne man nicht „als originäre Vorstandstätigkeit“ werten. Die Mitglieder des Gremiums hätten deshalb Anspruch auf Vergütung und Ersatz der angefallenen Kosten. Was Vize Vogel angeht, stimmen die ausgetretenen Vorstandsmitglieder zu. Das sei Konsens gewesen. Bei Möckl allerdings nicht. Per Anwalt forderten sie ihn bereits am 6. September auf, die Summe zurückzuzahlen.

Das Tischtuch zwischen Möckl und Jan Vogel, Corsin Parolini, Tobias Bogenrieder und Michael Greß ist zerschnitten. Endgültig. Auf einer außerordentlichen Jahresversammlung am 23. Oktober, die unter Ausschluss der Öffentlichkeit stattfinden soll, möchte man Tabula rasa machen. Das hatten die Möckl-Gegner schon seit Monaten vor, doch soll sich der Vorsitzende, der nicht mehr für den Chefposten kandidiert („neun Jahre sind genug“) jedem Gespräch verweigert haben. „Er ist zu keinem Termin erschienen. Dabei wollten wir ihm goldene Brücken bauen“, sagt einer aus dem Quartett, der darum gebeten hat, nicht namentlich erwähnt zu werden. „Wir waren auf seinen Ruf bedacht.“ Möckl nennt die Behauptung falsch. Als Beweis führt er eine E-Mail mit drei Termin-Vorschlägen im Juli an, die der Tagblatt-Redaktion vorliegt.

Möckl werden weitere Dinge zur Last gelegt. Es soll dabei um Tank- und Bewirtungsbelege sowie um einen Strafzettel in Höhe von 20 Euro gehen. Er räumt ein, das Bußgeld abgerechnet zu haben. „Dafür habe ich den Austritt eines Mitgliedsbetriebs in Bad Tölz verhindert. Schnelles und beherztes Eingreifen waren gefragt.“

Was an all den Vorwürfen dran ist, soll jetzt in München entschieden werden. Möckl hat die Angelegenheit an BDS-Präsidentin Gaby Sehorz weitergeleitet. Sollte es auch ihr nicht gelingen, beide Parteien zu befrieden, plant er, das Ehrengericht des BDS Bayern anzurufen.

Ganz egal, zu welchem Ergebnis man in München kommt: „Wenn man mit Schmutz beworfen wird, bleibt immer etwas hängen“, sagt Möckl, „selbst wenn man unschuldig ist.“ Das Urteil über ihn, der auch Ortsvorsitzender der Freien Wähler in Garmisch-Partenkirchen ist und die Fraktion im Gemeinderat führt, hat einer seiner Kritiker schon gefällt. Es klingt hart: „Er kann einpacken.“

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