Gleis-Demontage: Ein Bahn-Trick gegen Konkurrenz?

Garmisch-Partenkirchen - Die Deutsche Bahn will am Bahnhof Garmisch-Partenkirchen Gleise abbauen. Der Fahrgastverband Pro Bahn vermutet, dass der Konzern so unerwünschten Konkurrenten das Leben erschweren will.

Das kommt nicht zufällig, vermutet der Vorsitzende von Pro Bahn Oberbayern, Norbert Moy. Wenige Wochen, nachdem die Bayerische Eisenbahngesellschaft die Ausschreibung für den sogenannten Werdenfels-Takt beendet hat, trudelte beim Eisenbahnbundesamt ein Antrag der Deutschen Bahn auf Rückbau von Weichen, Gleisen oder Strommasten ein. Es handelt sich um Abstellgleise, Flächen des ehemaligen Güterbahnhofs sowie einen Rundschuppen mit stillgelegten Werkstätten. „Ausgerechnet jetzt“, sagt Moy, der einen Zusammenhang mit der Ausschreibung vermutet.

Wie berichtet, wird die Strecke München-Garmisch-Partenkirchen bis weiter nach Innsbruck in diesem Herbst neu vergeben. Neben der DB haben sich drei weitere Unternehmen für den Betrieb ab 2013 beworben: Benex (Hamburger Hochbahn), Veolia sowie die Österreichischen Bundesbahnen (ÖBB). Solche Bahnbetreiber seien, falls sie die Ausschreibung gewinnen, auf Gleisanalgen zur Abstellung und Wartung von Fahrzeugen angewiesen – ähnlich wie die Bayerische Oberlandbahn, die in Lenggries ein Werk aufgebaut habe. Seien die Gleisanlagen einmal entwidmet und die Flächen verkauft, werde es schwierig, so eine Werkstätte zu errichten, schreibt Moy in seiner Stellungnahme an das Eisenbahnbundesamt. Der Bahnhof biete sich „als Knotenbahnhof und Endpunkt für viele Züge“ für eine solche Einrichtung geradezu an.

Der Bahnhof sei indes nach einer Demontage von fünf der ehemals neun Durchfahrtgleisen im Jahr 2000 schon heute „ein Nadelöhr“. Die Bahn-Behörde fordert der Pro-Bahn-Vorsitzende auf, den Antrag zurückzuweisen.

dw

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