Golfplatz-Erweiterung: Wallgauer blicken nun nach Tirol

Wallgau - Es ist verdächtig ruhig geworden in Wallgau in puncto Golfplatz-Erweiterung. Wie es weiter geht, weiß offenbar keiner so recht ­ -weder Gemeinde noch Golfclub.

Hans Baur hat diese Frage in letzter Zeit wohl schon öfters gehört. Dann seine Antwort klingt leicht genervt. Noch nichts sei geschehen, teilt der Präsident des Golf- und Landclubs Karwendel mit -­ zumindest offiziell.

Vor über zwei Monaten haben Baur und seine Vorstandskollegen von den Mitgliedern des 700-köpfigen Vereins das Placet bekommen, die Erweiterung des malerischen Wallgauer Golfplatzes von neun auf 18 Löcher voranzutreiben.

Doch die Vergrößerung des 32-Hektar-Areals um 20 000 Quadratmeter ist natürlich mit immensen Kosten verbunden. Experten gehen von einem siebenstelligen Betrag aus. Denn der Bau der bestehenden Anlage hat seinerzeit 1,2 Millionen Mark verschlungen.

Doch woher soll der Wallgauer Golfclub bei laufenden Kosten von rund 250 000 Euro pro Jahr so viel Geld hernehmen? Eine Frage, die Baur momentan sehr beschäftigt. Denn eines sei klar, so der Jurist: "Wir brauchen ein tragbares Finanzierungskonzept und gehen kein Risiko ein."

Aber so verrinnt die Zeit. Und mittlerweile soll es nicht wenige im Umfeld des Golfclubs geben, die nun endlich erste Ergebnisse sehen wollen ­ zumindest erste Gespräche. Die werde es demnächst geben, beschwichtigt Baur. Und zwar mit zahlungskräftigen Hoteliers, etwa Dietmar Müller (Schloss Elmau), Dr. Jakob Edinger ("Das Kranzbach") und Armin Zick ("Alpen-Caravanpark Tennsee"). Doch der Blick des Präsidenten geht auch über die Landesgrenze hinaus. Auch mit Vertretern der Plateau-Gemeinden müsse das Gespräch gesucht werden.

Ein Vorhaben das beim Tourismuschef der Olympiaregion Seefeld nicht auf taube stößt. "Ein weiterer Golfplatz kann für uns doch nur von Vorteil sein", meint Markus Tschoner. Gesprächen mit den bayerischen Nachbarn sei er jedenfalls nicht abgeneigt. Dabei brauchen sich die Seefelder in puncto Golf nicht beklagen. Neben der 18-Loch-Anlage in Wildmoos und dem Neun-Loch-Platz direkt in Seefeld kommt nun noch ein zusätzliches 18er-Feld in Mieming dazu, abgesehen von den Plätzen in Innsbruck. Trotzdem will Tschoner nicht schon vorab nein sagen. "Denn alles, was eine halbe Stunde entfernt ist, ist für einen Golfer interessant."

Wallgaus Bürgermeister Zahler hört das gerne. Er verspricht schon jetzt allen Beteiligten volle Unterstützung. Nur eines ist von der Gemeinde nicht zu erwarten: Geld.

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