Das große Schweigen

Oberammergau - Jeder weiß etwas, aber offiziell hat keiner etwas zu sagen: Um die Vertragsauflösung beziehungsweise die Abfindung für den ehemaligen Tourismusdirektor von Oberammergau, Michael Dyckerhoff, wird derzeit ein großes Geheimnis gemacht.

Noch Mitte Dezember 2007 war Dyckerhoff offiziell von Geschäftsführer Jörg Christöphler für das Aufgabengebiet Senior-Marketing und Verkaufsförderung in der neu strukturierten Tourismusgemeinschaft der Ammergauer Alpen GmbH angekündigt worden. Dabei stand für ihn selbst längst fest, dass es hier keine Zukunft für ihn geben wird. Michael Dyckerhoffs Zeit in Oberammergau ist abgelaufen ­- die Stelle des Tourismusdirektors, die er fast sechs Jahre inne hatte, gibt es seit dem 1. Januar 2008 im Passionsdorf nicht mehr.

Über Modalitäten des "Trennungsprozesses" schweigen sich jedoch alle Beteiligten aus. Der 63-jährige Touristiker erklärt nur, dass ihm zum 31. März 2008 betriebsbedingt gekündigt worden sei und er momentan freigestellt ist. Auch Ammergauer Alpen-Chef Jörg Christöphler ("Das ist Sache der Gemeinde Oberammergau") und Bad Kohlgrubs Bürgermeister Gerald Tretter ("Scheinbar wird noch verhandelt") wollen oder können kein Licht ins Dunkel bringen.

Selbst Oberammergaus Rathauschef Rolf Zigon will nicht näher auf die Angelegenheit eingehen, verweist auf den neuen Werkleiter Alfons Gerl. Und der sagt, "dass noch keine Entscheidung getroffen worden ist". Bis Ende Januar werde er sich öffentlich erklären. Ganz offensichtlich geht es bei den Verhandlungen zwischen Michael Dyckerhoff und Oberammergau Tourismus auch um die Höhe der Abfindung für den ehemaligen Tourismusdirektor. Und da dieser, laut Tagblatt-Informationen, angeblich noch bis Ende 2008 Vertrag hat, könnte die Personalie womöglich "eine teure Angelegenheit" im fünfstelligen Bereich werden. Drei Viertel würde eventuell Oberammergau, ein Viertel die restlichen fünf Ammertal-Gemeinden übernehmen.

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