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Georg Buchwieser verweist auf die vielen Verkehrstoten.

Zusätzliche Stelle im Landratsamt wäre den Parteivertretern recht

Grüne drängen auf Ausbau des ÖPNV

Sei fordern ein Umdenken: Die Kreistagsfraktion der Grünen pocht darauf, dass der Landkreis ein Mobilitätskonzept erstellt. Gutachter prüfen derzeit, in welchen Bereichen Verbesserungen nötig sind.

Landkreis – Die Kreistagsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen drängt darauf, dass der Öffentliche Personennahverkehr (ÖPNV) ausgebaut wird. Allerdings prüfen Gutachter im Moment, in welchen Bereichen Verbesserungen nötig sind. Daher stellten die Mitglieder des Kreis- sowie des Umwelt- und Landwirtschaftsausschusses den Antrag zurück. Beide Gremien tagten gemeinsam.

Vor dem Hintergrund, dass es viele Tote und Verletzte im Straßenverkehr gibt, aber auch wegen des Klimawandels, wollen die Grünen ein Mobilitätskonzept, das der Landkreis erstellt. Jeder Ort soll zwischen 6 und 24 Uhr mindestens einmal pro Stunde, die Hauptorte der Talschaften mindestens zwei Mal pro Stunde mit dem ÖPNV erreichbar sein. „Dies kann auch durch bedarfsgerechte Angebote – zum Beispiel Anrufsammeltaxis, Bürgerbus – erfolgen“, betont Kreisrat Georg Buchwieser (Bündnis 90/Die Grünen).

Zudem regt die Fraktion an, dass der Landkreis den ÖPNV damit attraktiver macht, indem im Schienen- und Busverkehr deutliche Preisnachlässe für Einheimische und Touristen gewährt werden. Auch „Bewusstseinskampagnen“ wünschen sich die Grünen, damit der Bürger umweltfreundliche Mobilitätsformen verstärkt in Anspruch nimmt. Damit nicht genug: Der Landkreis soll die kombinierte Nutzung von Bahn, Bus, (Elektro-)Carsharing und (Elektro-)Leihrädern durch Verbundtickets fördern. Überdies wäre es den Vertretern der Öko-Partei recht, wenn eine zusätzliche Stelle im Landratsamt geschaffen würde: nämlich die eines Mobilitätsmanagers.

Diese Vorstellung behagte Kreisrat Thomas Schwarzenberger (CSU) gar nicht. Bei der Idee, den „nächsten Manager einzustellen, stellt es mir die Haare im Nacken auf“. Auch der Vorschlag, dass jeder Ort zwischen 6 und 24 Uhr mindestens einmal pro Stunde erreichbar sein sollte, erregte Widerspruch. Josef Schmid (Freie Wähler der Landkreisgemeinden) betonte: „Für mich ist das nicht vertretbar.“ In Riegsee und Aidling gebe es etwa „viele Leute, die sich selber organisieren“. Für diese Orte sei der Vorstoß „maßlos übertrieben“. Auch sein Fraktionskollege Nikolaus Onnich meinte: „Wir können so etwas nicht machen.“

Buchwieser stellte klar, dass es letztlich nur um fünf bis sechs Gemeinden gehe, die besser angeschlossen werden sollten. Parteikollegin Christl Freier machte deutlich: „Wir möchten, dass was vorangeht und nicht, dass man aufschiebt, aufschiebt und aufschiebt.“ Wobei auch ihr klar ist: „Das wird nicht einfach, und es wird auch nicht billig.“ Worauf die Oberammergauerin auch hinwies: Man müsse den ÖPNV komfortabler machen. „Dann nehmen es die Leute auch an.“ Das Umdenken muss aber ihrer Ansicht nach bei den Entscheidungsträgern anfangen.

Im Großen und Ganzen waren sich die Kreispolitiker einig, dass man, so wie es auch die Verwaltung vorgeschlagen hatte, erst einmal abwarten sollte. Und zwar bis Gutachter der Bietergemeinschaft Münchner Verkehrs- und Tarifverbund GmbH und der Transver GmbH ihre Expertise vorgelegt haben. Diese Studie wird im Rahmen der Gesamtfortschreibung des Regionalplans der Region Oberland erstellt. Schwerpunkt: Verkehr und Energie. Wenn das Gutachten fertig ist, soll sich der Kreistag damit befassen.     

Zuletzt hatte die Grünen-Fraktion beantragt, die Planungen für die 1,5 Millionen teure Tiefgarage am Landratsamt einzustellen. Damit hatten sie allerdings keinen Erfolg.


Roland Lory

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